Wolf (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Klaus-Dietmar Gabbert)

160 neue Fotofallen

Experten in Trippstadt auf der Spur von Wölfen im Pfälzerwald

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Susanne Kimmel
Bild von Susanne Kimmel, Redakteurin im SWR Studio Kaiserslautern (Foto: SWR)

Im Kreis Südwestpfalz sind Anfang des Monats erneut Schafe gerissen worden. Noch ist unklar, ob ein Wolf dahinter steckt - und ob sich das Raubtier wieder im Pfälzerwald ansiedelt.

Es ist der zweite Vorfall dieser Art innerhalb weniger Wochen: Auf einer Weide in Schmitshausen im Kreis Südwestpfalz sind drei Schafe gerissen worden. Ob ein Wolf dafür verantwortlich ist, wie schon Mitte Juli in Fischbach bei Dahn, ist noch unklar. Auch, ob es das gleiche oder ein weiteres Tier gewesen sein könnte, kann das Koordinationszentrum Luchs und Wolf (KLUWO) mit Sitz in Trippstadt noch nicht sagen.

Hat ein Wolf Schafe in Schmitshausen gerissen?

Am "Tatort" in Schmitshausen habe das KLUWO Proben sicherstellen können, berichtet Mitarbeiterin Giulia Kriegel. Das Senckenberg Institut in Frankfurt untersuche diese derzeit. Ob ein Wolf oder doch vielleicht doch ein Hund die Schafe bei Schmitshausen angegriffen habe, könne nur die genetische Analyse zeigen.

Koordinatiionszentrum Luchs und Wolf (Foto: SWR)
Giulia Kriegel und Michael Back vom Koordinationszentrum Luchs und Wolf (KLUWO).

Dass der Wolf im Pfälzerwald zumindest wieder auf der Durchreise ist, davon sind die Experten in Trippstadt überzeugt. Für das Koordinationszentrum gehe es unter anderem darum, die Routen von Wolf und Luchs zu überwachen, erklärt Michael Back. Er ist für das Monitoring im Bereich Kaiserslautern zuständig.

Der Pälzerwald bei Trippstadt (Foto: SWR)
Der Wolf streift wieder durch den Westen der Pfalz. Davon sind Experten in Trippstadt überzeugt.

Ab Herbst 160 Fotofallen im Pfälzerwald

Um nachzuweisen, wo sich der Wolf aufhält, setzt das KLUWO auch Fotofallen ein. Aktuell ganz gezielt dort, wo Nutztiere gerissen wurden. Ab Herbst würden nach und nach sogar 160 dieser kleinen Kameras im Pfälzerwald installiert, kündigt Michael Back an. Selbstverständlich werde darauf mit Schildern aber deutlich hingewiesen und Aufnahmen von Menschen umgehend wieder gelöscht.

Fotofallen (Foto: SWR)
So sehen sie aus: Zwei Fotofallen, mit denen das KLUWO sein Monitoring durchführt. Demnächst soll es 160 davon im Pfälzerwald geben.

Seit 2021 gibt es das Koordinationszentrum in Trippstadt und eine erste Zwischenbilanz fällt positiv aus. "Wir haben hier schon Einiges erreicht, unsere Wege sind kurz und wir sind nah dran, wenn etwas in Bezug auf Luchs oder Wolf vor sich geht", sagt Michael Back. Sein Ziel für die Zukunft: Das Vertrauensverhältnis zur Bevölkerung auszubauen. "Wir sind direkter Ansprechpartner für die Menschen und nehmen ihre Ängste und Bedürfnisse ernst", so Back.

Er verweist in dem Zusammenhang auch auf eine 24 Stunden erreichbare Telefon-Hotline. Wer glaube, einen Wolf oder Luchs gesehen zu haben, könne sich jederzeit an die 06306 911 199 wenden.

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