Die Bischoff Brauerei in Winnweiler im Donnersbergkreis (Foto: SWR)

Investoren können weiter einsteigen

Bischoff-Brauerei in Winnweiler: Betrieb wird heruntergefahren

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Die Gläubiger-Versammlung hat entschieden: Der Betrieb in der Bischoff-Brauerei wird heruntergefahren. Ein letzter Funken Hoffnung bleibt aber noch.

Wie die Bischoff-Brauerei mitteilt, wurde das Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung beendet. Stattdessen hat das Amtsgericht Dr. Jürgen Erbe als Insolvenzverwalter bestellt.

"Wir hätten das Herunterfahren der Produktion gerne vermieden", sagte Erbe in einer Pressemitteilung. Allerdings sei der Schritt unumgänglich. Im Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung habe man immer die Hoffnung gehabt, dass noch ein Investor in die Brauerei in Winnweiler einsteigt - und deshalb alle finanziellen Mittel aufgebraucht.

Kein Geld für Reparaturen

Mann mittleren Alters steht in weißem Hemd im Verkaufsraum einer Brauerei (Foto: SWR)
Sven Bischoff hat jahrelang um den Erhalt seiner Brauerei gekämpft.

Geschäftsführer Sven Bischoff sagte, die Corona-Pandemie mit dem Lockdown in der Gastronomie und die hohen Energiepreise im Zuge des Ukraine-Krieges hätten der Brauerei stark zugesetzt. Hinzu sei gekommen, dass wegen einer defekten Amoniak-Leitung, die zum Kühlen genutzt wird, nicht so viel Bier produziert werden konnte, wie Aufträge vorhanden gewesen seien. Die rund 40 Mitarbeitenden seien vom Insolvenzverwalter bereits über die aktuelle Situation informiert worden.

Investoren sagten ab - zum Teil in letzter Minute

Ursprünglich war geplant gewesen, dass ein Investor das Grundstück kauft, auf dem unter anderem die Brauerei steht. Die Brauerei hätte diesen Teil des Grundstücks dann wiederum vom Investor zurück gepachtet. Mindestens zwei potentielle Investoren sagten ab - der letzte erst am vergangenen Mittwoch.

Kommt doch noch ein Investor nach Winnweiler?

Allerdings besteht noch ein Funken Hoffnung: Wie Insolvenzverwalter Erbe sagte, könnten weiterhin Geldgeber in die Winnweilerer Brauerei einsteigen. "Wenn ein Investor frisches Kapital für die notwendigen Reparaturen zur Verfügung stellt und neue Aufträge mitbringt, kann die Produktion aber schnell wieder hochgefahren werden." Sven Bischoff geht davon aus, dass dafür zwei Millionen Euro nötig sind.

Brauereien in der Krise: Warum der Gas-Mangel Auswirkungen auf die Bier-Produktion hat

Wird Bier wegen des Ukraine-Kriegs bald knapp? Fakt ist, dass Brauereien viel Energie verbrauchen und oft auf Gas angewiesen sind. Hatz-Moninger in Karlsruhe nutzt seit zehn Jahren ausschließlich Gas, um "die heiße Würze, also das Grundprodukt für Bier herzustellen", sagt Unternehmenschef Wolfgang Scheidtweiler. "Die muss anderthalb Stunden gekocht werden. Das braucht sehr viel Energie." Hatz-Moninger könnte deshalb beim Bierbrauen ein Problem bekommen. Sollte die Notfallstufe und damit die dritte und höchste Stufe des Notfallplans Gas ausgerufen werden, würde die Brauerei kein Gas mehr erhalten und abgeschaltet.
Damit es nicht so weit kommt, habe man sich "neue Dampfkessel organisiert, die dann mit Öl beheizt werden." Bis Ende August soll der Umstellungsprozess abgeschlossen sein. Jetzt hofft der Unternehmenschef, "dass es Öl zu einigermaßen erschwinglichen Preisen den Winter über geben wird."
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