Heizungen an TU werden runtergedreht (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich)

Heizungen kälter, Mieten teurer

So trifft die Energiekrise die Studenten im Westen der Pfalz

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Steigende Energiepreise bereiten den Hochschulen im Westen der Pfalz Kopfzerbrechen. Studenten müssen sich auf kühlere Hörsäle, höhere Mieten und teureres Mensaessen einstellen.

„Der drastische Anstieg der Energiekosten wird in jedem Fall zu Mieterhöhungen in unseren Wohnheimen führen“, sagt eine Sprecherin des Studierendenwerks Kaiserslautern. Das Studierendenwerk betreibt mehrere Wohnheime in Kaiserslautern, Pirmasens und Zweibrücken. Studierende zahlen dort Fix-Mieten inklusive aller Energiekosten. Die Mieten sind nach Angaben einer Sprecherin knapp kalkuliert, da das Studierendenwerk eine gemeinnützige, nicht-profitorientierte Einrichtung ist.

Auch Essen wird teurer

Wie sehr die Mieten angehoben werden, konnte die Sprecherin nicht beziffern. Auch die aktuellen Preise in den Mensen und Caféterien des Studierendenwerks seien nicht mehr kostendeckend und könnten bald steigen. Um sich unabhängiger vom globalen Energiemarkt zu machen, sei geplant verschiedene Gebäude mit Photovoltaikanlagen auszustatten.

Energiebedarf einer Kleinstadt

An der Technischen Universität (TU) in Kaiserslautern lernen und forschen etwa 15.000 Studenten. Das entspricht der Einwohnerzahl einer Kleinstadt und auch beim Energieverbrauch liegt die Universität nach eigenen Angaben auf dem Niveau einer Kleinstadt. Die steigenden Energiekosten machen sich bereits jetzt bemerkbar, sagt ein Sprecher der TU. Heute lägen die Mehrkosten für die Energieversorgung der Universität im Vergleich zum Vorjahr bei über zehn Millionen Euro, Tendenz steigend. Das entspreche rund sieben Prozent des jährlichen Gesamtbudgets.

Heizungen an der TU Kaiserslautern werden runtergedreht

Um Energie zu sparen, sollen ab der kommenden Heizperiode alle Heizungen auf das gesetzliche Mindestmaß von 20 Grad reduziert werden. Energetische Sanierungen böten zwar ein größeres Einsparpotential, seien aber nicht möglich, da die Gebäude dem Land und nicht der Uni gehören. Hier müsste also der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) tätig werden. Aber auch bei sofortigem Sanierungsbeginn, würde diese erst in einigen Jahren zu signifikanten Einsparungen führen, sagte der Sprecher.

Hochschule Kaiserslautern prüft Einsparmöglichkeiten

Auch die Hochschulen in Kaiserslautern, Pirmasens und Zweibrücken stehen vor ähnlichen Problemen. Etwa Zweidrittel des jährlichen Energiebedarfs werde für Heizung und Kühlung der Gebäude benötigt, sagt ein Sprecher der Hochschule. Da verschiedene Labore und Projekte spezielle Anforderungen an das Raumklima stellen, gebe es aber keine Universallösung. Es werde genau geprüft, wo Einsparpotentiale vorhanden seien. Jedes Projekt müsse dabei einzeln bewertet werden.

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SWR