Zwei Personen sitzen an einem Tisch. Ein Mann hat ein Ipad in der Hand und schaut auf den Bildschirm. (Foto: SWR)

Neuer Kurs an der Technischen Universität Lehramtsstudenten in Kaiserslautern drücken digitale Schulbank

Tablets und Smartphones werden auch für den Unterricht immer wichtiger. Die Technische Universität Kaiserslautern zeigt angehenden Lehrern, wie man damit den Unterricht gestaltet.

Mit gespitzten Lippen sitzt Moritz Weiland in einem Übungsraum der Technischen Universität Kaiserslautern. In der Hand hält er ein Tablet, das er anpfeift: "Ich habe auf dem Tablet eine Software geöffnet, die mir die Tonschwingung anzeigt von dem Ton, den ich gerade gepfiffen habe." Moritz Weiland studiert Mathematik und Physik, er möchte Lehrer werden. Deshalb geht es bei ihm nicht nur darum, sich möglichst viel Fachwissen anzueignen.

Lehrer und Schüler müssen digital fit sein

Lehramtsstudenten stehen auch immer vor der Frage, wie sie ihr Wissen möglichst gut an Kinder und Jugendliche weitergeben. Da führt in der heutigen Zeit an den digitalen Medien wie Tablet und Smartphone kein Weg vorbei, sagt Professor Jochen Kuhn von der TU Kaiserslautern: "Die Digitalisierung ist einer der dynamischsten Bereiche in unserer Umwelt und unserer Welt generell. Die Digitalisierung durchsetzt unseren Alltag, da müssen wir unsere Schüler kompetent machen. Das setzt voraus, dass auch die Lehrer kompetent sind." 

asd (Foto: SWR)
Tablets werden auch für den Unterricht an Schulen immer wichtiger.

Jochen Kuhn sagt, internationalen Studien zufolge fremdeln deutsche Lehrer eher mit digitalen Techniken als ihre europäischen Kollegen. Um diese Hemmschwellen abzubauen, ist es wichtig, die angehenden Lehrer zum einen möglichst früh und zum anderen möglichst unkompliziert und spielerisch an Tablet und Co. heranzuführen.

Technik ist Fluch und Segen

Dazu gehört auch, dass die Studierenden lernen, sich kritisch mit den neuen Techniken auseinanderzusetzen, sagt Christian Fruböse, Leiter des Fachbereichs Physik am Studienseminar in Trier: "Diese Tablets sind für uns ein Werkzeug, um Fähigkeiten zu verstärken. Sie sind aber auch eine Krücke, wie das ja auch der Taschenrechner war, das ist einerseits eine tolle Erleichterung, aber andererseits können die Schüler heute ja kaum noch Überschlagsrechnungen machen. Deshalb muss man das auch kritisch sehen. Ich bin auch nicht dafür, Tablets schon an der Grundschule einzuführen, aber wir können uns dem nicht entziehen, weil das die Entwicklung ist." 

Wohin die digitale Reise geht, das weiß im Moment noch niemand. Die Lehramtsstudenten in Kaiserslautern wissen das Angebot ihrer Hochschule aber zu schätzen.

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