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ARD-Themenwoche "Stadt.Land.Wandel"

Pakt für Pirmasens fördert Kinder und Jugendliche

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Wie groß sind die Zukunftschancen der Kinder und Jugendlichen bei uns in der Region? Eine Frage, mit der wir uns während der ARD-Themenwoche "Stadt.Land.Wandel" beschäftigen. Die Stadt Pirmasens setzt sich seit vielen Jahren mit dem Projekt "Pakt für Pirmasens" für benachteiligte Kinder und Jugendliche ein.

Gemeinsam mit ihrer Familie ist die 14-jährige Miral gut gelaunt in der Marienstraße 6 in Pirmasens zu Besuch. Hier hat der Pakt für Pirmasens seinen Sitz. Miral ist gerade von der Jugendfreizeit zurückgekommen, an der sie Dank der Hilfe des Pakts teilnehmen konnte: "Ich habe auf der Freizeit viele neue Freunde kennengelernt. Auch mit den Mitarbeitern hatte ich viel Spaß. Das war toll", sagt Miral.

Die 14-jährige Miral (rechts) und ihre Familie (Foto: SWR, SWR)
Die 14-jährige Miral (Zweite von rechts) steht gemeinsam mit ihrer Familie vor der Anlaufstelle des Pakts für Pirmasens. SWR

Miral war 2017 aus Syrien nach Deutschland geflüchtet

2017 war Miral mit ihrer Mutter und ihrer jüngeren Schwester aus Syrien zu ihrem Vater nach Deutschland geflüchtet. "Damals war es schwierig für uns, Hilfe zu bekommen. Vor allem, weil wir noch kein Deutsch konnten", sagt Mirals Mutter Sana Harp. "Dann haben uns aber andere arabische Leute erzählt, dass es einen Verband gibt, der uns helfen kann - den Pakt für Pirmasens."

Pakt für Pirmasens soll Menschen unbürokratische Hilfe bieten

Genau so funktioniere der Pakt für Pirmasens sagt Martina Fuhrmann. Die Sozialpädagogin koordiniert das Projekt seit vielen Jahren. Der Pakt solle den Menschen in Pirmasens unbürokratisch da Hilfe bieten, wo sie gerade gebraucht werde. Die Familie aus Syrien habe sich zu Beginn in der Kleiderkammer bedienen können. Später ging es um das Lernen der Sprache, Bücher für die Mädchen, darum, Freunde und Arbeit zu finden. Alle diese Schritte habe der Pakt in Zusammenarbeit mit Vereinen und Projekten begleitet. Fuhrmann sieht den Pakt für Pirmasens als Stelle, an der die Fäden zusammenlaufen:

"Die Tür ist auf, man kann reinkommen mit seinen Problemen und mit seinen Päckchen, die man zu tragen hat - egal ob ich einen Antrag nicht verstehe oder meine Kinder gerne einem Verein beitreten würden, mir aber die finanziellen Mittel dafür fehlen, um den monatlichen Beitrag zu zahlen."

Für den Pakt braucht es Ehrenamtliche und Spenden

Finanziert wird das Pakt-Büro über die Stadt Pirmasens, die Projekte selbst tragen sich über Spenden von Privatpersonen und Unternehmen. Oberbürgermeister Markus Zwick (CDU) will auf den Pakt für Pirmasens nicht mehr verzichten:

"Das Besondere am Pakt ist, dass sich hier von Einzelpersonen über Vereine bis hin zu Unternehmen die gesamte Stadtgesellschaft um ihre Kinder kümmert und mit dazu beiträgt, dass sie erfolgreich in die Zukunft starten."

Herausforderung: Kinder und Jugendliche zu erreichen

Nur sei es nicht immer einfach, alle Kinder und Jugendlichen zu erreichen, die Hilfe brauchen, sagt Martina Fuhrmann. Bei Miral und ihrer Schwester Selin habe das aber funktioniert.

"Die sind offen, die probieren Sachen aus, die wollen, auch die Eltern sind ganz tolle Vorbilder für die zwei Mädels", sagt Fuhrmann.

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