Nur noch Wracks waren die beiden Autos nach dem tödlichen Unfall bei Kirchheimbolanden, bei dem ein Ehepaar starb. (Foto: Archivbild: Thomas Stepan)

Amtsgericht Rockenhausen Todesfahrer von Kirchheimbolanden muss ins Gefängnis

Keine Bewährung für einen 19-Jährigen, der im Januar dieses Jahres bei Kirchheimbolanden ein Ehepaar tot fuhr. Die Haftstrafe entspricht allerdings nicht der Forderung der Anklage.

Das Amtsgericht Rockenhausen hat den 19-Jährigen nach Jugendstrafrecht zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt - wegen fahrlässiger Tötung, vorsätzlicher Straßenverkehrsgefährdung und Körperverletzung. Außerdem wird der Führerschein des Verurteilten für zweieinhalb Jahre eingezogen. Die Staatsanwaltschaft hatte auf drei Jahre Haft plädiert, die Verteidigung hatte zwei Jahre auf Bewährung gefordert. Inzwischen hat die Verteidigung angekündigt, in Berufung zu gehen.

Bei tödlichem Unfall trotz Verbotes überholt

Der Angeklagte hat am 16. Januar dieses Jahres auf der Landesstraße zwischen Morschheim und Kirchheimbolanden den Unfall mit zwei Toten verursacht. Er hat nach Zeugenaussagen an einer unübersichtlichen Stelle - trotz Überholverbotes - mit einem PS-starken Wagen mehrere Autos überholt. Dabei stieß sein Fahrzeug frontal mit einem entgegenkommenden Auto zusammen. In dem Auto saß ein Ehepaar (74 und 73 Jahre alt) aus der Region Alzey, das dabei ums Leben kam.

Der Angeklagte (verpixelt) beim Prozess am Amtsgericht Rockenhausen wegen des tödlichen Unfalls bei Kirchheimbolanden. (Foto: SWR)
Der Angeklagte spricht am Freitag mit einer Vertreterin der Jugendgerichtshilfe.

Der Angeklagte und sein Beifahrer (ein Klassenkamerad) wurden bei dem Unfall verletzt. Im Prozess hatte der Angeklagte ausgesagt, er könne sich an den Unfall nicht erinnern. Mehrere Zeugenaussagen und ein Gutachten hatten den Unfallhergang jedoch bestätigt.

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