Bundesweiter Aktionstag der IG Metall

Proteste für Erhalt von Opel in Kaiserslautern

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Die Lage beim Autobauer Opel in Deutschland spitzt sich zu, die Zukunft des Werks in Kaiserslautern scheint wieder einmal ungewiss. Dagegen regt sich lautstark Widerstand.

Die IG Metall hatte am Freitag zu einem Pfalz-Aktionstag in der Innenstadt von Kaiserslautern aufgerufen. Etwa 700 Beschäftigte kamen nach Gewerkschaftsangaben aus den Regionen Ludwigshafen-Frankenthal, Landau, Bad Kreuznach und Kaiserslautern auf dem Stiftsplatz zusammen.

Sorgen um Zukunft von Opel in Kaiserslautern

Die Metaller wollten nach eigenen Angaben unter anderem für die Zukunft des Autobauers Opel demonstrieren. Sie kritisieren, dass der Opel-Mutterkonzern Stellantis plant, die Werke in Rüsselsheim und Eisenach aus dem Opel-Konzern auszugliedern. IG Metall und der Betriebsrat des Werks in Kaiserslautern befürchten, dass dadurch auch der pfälzische Standort künftig weniger mitbestimmen darf.

IG Metall Demo für Opel (Foto: SWR)
Zu der Demonstration auf dem Stiftsplatz in Kaiserslautern kamen Hunderte Teilnehmer.

Die Stimmung bei Opel sei im Keller, sagte Opel-Betriebsratschef Thorsten Zangerle bei der Kundgebung. Und das, obwohl man im Werk Kaiserslautern einen Zukunftstarifvertrag habe. Aber die vielen Ankündigungen des Stellantis-Konzerns in den vergangenen Wochen hätten die Belegschaft verunsichert.

Arbeitsplätze bei Opel bis 2023 sicher?

Trotz einer Arbeitsplatzsicherheit bis Sommer 2023 sei die Zukunft des Kaiserslauterer Werks ungewiss, betont der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Florian Krapf. Er fordert für Opel deshalb eine weitergehende Zukunftsvereinbarung. Das Unternehmen dürfe nicht zerschlagen werden, am Standort in Kaiserslautern müsse die Komponentenfertigung erhalten werden. Für die geplante Batteriezellenfabrik fordern Betriebsrat und IG Metall einen fairen Tarifvertrag.

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Bundesweite Aktionstage der IG Metall

Die Gewerkschaft hatte sich beim Aktionstag in Kaiserslautern auch für eine sichere Zukunft für das Industrieland Deutschland eingesetzt. Arbeitgeber und die neue Bundesregierung müssten dafür sorgen, dass es in Zeiten der Mobilitäts- und Energiewende keine Entlassungen gebe. "Es geht darum, dass auch die starken Schultern, die Reichen, ihren Anteil erbringen", sagte Bernd Löffler, der Sprecher der IG Metall Kaiserslautern am Rande der Kundgebung.

Der Aktionstag fand nach Angaben der IG Metall bundesweit statt. In Rheinland-Pfalz waren beispielsweise rund 800 Menschen auf einer Kundgebung in Koblenz. Bundesweit beteiligten sich nach IG-Metall-Angaben mehr als 50.000 Gewerkschafter in über 50 Städten.

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