Afghanische Flüchtlinge in einem Hangar der US-Air base Ramstein (Foto: SWR)

Weiterreise erst nach Masern-Impfung

Flüge mit Geflüchteten aus Afghanistan in die USA bleiben ausgesetzt

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Von der US-Luftwaffenbasis Ramstein werden bis nächste Woche keine afghanischen Geflüchteten mehr in die USA ausgeflogen. Das US-Verteidigungsministerium teilte am Montagabend mit, die Evakuierungsflüge blieben vorerst ausgesetzt.

Die Evakuierungsflüge in die USA sollen erst weiter gehen, wenn die Geflüchteten gegen Masern geimpft sind. Die Pause gelte noch "mindestens sieben Tage", sagte am Montag der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby. Die Aussetzung der Flüge sei in Abstimmung mit der US-Gesundheitsbehörde CDC erfolgt. Bislang seien bei fünf in den USA angekommenen Flüchtlingen Masern-Infektionen festgestellt worden, sagte Kirby. Die Betroffenen befänden sich in Quarantäne und würden medizinisch versorgt.

Zurzeit sind noch rund 9.000 Geflüchtete aus Afghanistan auf der Air Base in Ramstein. Sie warten auf den Weiterflug in die USA.

Kreis stellt Impfdosen zur Verfügung

Auf Bitte der US-Regierung habe der Kreis Kaiserslautern mit Unterstützung des Westpfalz-Klinikums Kaiserslautern rund 100 Dosen des kombinierten Masern/Mumps/Röteln-Impfstoffes zum Verimpfen in der Air Base zur Verfügung gestellt, sagte der Landrat des Kreises Kaiserslautern, Ralf Leßmeister (CDU). Die Organisation der weiteren Situation liege bei den USA.

Noch keine Masernfälle in Ramstein

Laut dem US-Stützpunkt in Ramstein sind dort bisher keine Masernfälle aufgetreten. Doch die wenigsten der afghanischen Flüchtlinge seien gegen Masern geimpft, hieß es. Dies gelte vor allem für die Kinder.

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Die Anordnung, die ausgeflogenen Afghanen vorerst nicht in die USA zu lassen, könnte die Abläufe auf der US-Air Base in Ramstein massiv beeinträchtigen. Viele der Flüchtlinge in Ramstein sind offenbar länger als zehn Tage dort und zunehmend erschöpft.

Stopp entgegen der Vereinbarung mit der Bundesregierung

Der Stopp der Flüge ist auch ein Problem für die USA. Denn mit der Bundesregierung ist vereinbart, dass Deutschland maximal zehn Tage als Transitland für die Luftbrücke zwischen Afghanistan und den USA genutzt werden darf.

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Die USA haben afghanische Ortskräfte und andere Schutzbedürftige nach deren Evakuierung bisher vornehmlich auf ihrer Luftwaffenbasis in Ramstein in Rheinland-Pfalz und auf ihrem Stützpunkt in Katar geprüft und deren Anträge bearbeitet, ehe sie nach Amerika weiterreisen dürfen.

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