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In aller Ruhe im Geschäft das passende Weihnachtsgeschenk suchen und sich ausführlich beraten lassen, in diesem Jahr ist das wegen Corona nicht möglich. Viele Händler bieten deshalb einen Abholservice an – und der wird in Kaiserslautern und Pirmasens gut genutzt.

Der coronabedingte Bestell- und Abholservice der westpfälzischen Einzelhändler kommt gut bei den Kunden an, berichten die Einzelhandelssprecher aus Pirmasens und Kaiserslautern. Vielen Pirmasenser Einzelhändlern werde dadurch das Überleben gesichert, sagt Erich Weiss, der Vorsitzende des Einzelhandelsverbands Pirmasens-Südwestpfalz. Über eine Internetplattform des Pirmasenser Stadtmarketings kämen viele interessierte Bürger direkt auf die lokalen Angebote und nutzten diese dann auch rege.

Ein Mann mit Mundschutz läuft an einer geschlossenen H&M-Filiale vorbei. (Foto: SWR)
Die meisten Geschäfte in der Innenstadt von Kaiserslautern haben geschlossen.

Umsatz nicht mit üblichen Weihnachtsgeschäft vergleichbar

Der Einzelhandelssprecher in Kaiserslautern, Matthias Pallmann, bestätigt, dass seit Ausbruch der Coronapandemie für viele Menschen der lokale Einzelhandel wieder mehr an Bedeutung gewinne. Der Umsatz sei zwar nicht annähernd vergleichbar mit dem üblichen Weihnachtsgeschäft, aber es sei besser als gar nichts. Die zunehmende Wertschätzung gegenüber lokalen Anbietern äußere sich beispielsweise auch im Kauf von Warengutscheinen.

Einzelhändler Matthias Pallmann mit einer dunklen Maske in seinem Laden vor Geschirr (Foto: SWR)
Einzelhändler Matthias Pallmann in seinem Haushaltswarengeschäft in Kaiserslautern.

Einzelhandelsverband: "Es war ein schlechtes Jahr"

Auch der Einzelhandelsverband Pfalz zieht für dieses Jahr eine schlechte Bilanz. Durch die Corona-Pandemie hätten viele Einzelhändler nur noch Bruchteile ihres normalen Umsatzes gemacht, sagt der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Thomas Scherer. Daran hätte auch nichts geändert, dass viele Händler im Lockdown einen Abhol- und Bringservice angeboten hätten.

Besser Hilfen für Einzelhändler gefordert

Der Einzelhandelsverband der Pfalz fordert deshalb für die Händler wegen der Corona-Krise bessere finanzielle Hilfen. Die Bundesregierung hatte bereits angekündigt, dass sie elf Milliarden Euro an Corona-Hilfen bereitstellen will. Die Hürden seien aber zu hoch, die Hilfsgelder müssten leichter und für mehr Händler zugänglich gemacht werden, kritisiert Scherer. Es müsse ein Großteil der Händler die Möglichkeit bekommen, von den Hilfsgeldern zu profitieren, um überleben zu können. Mit der aktuellen Regelung bekämen nur wenige Händler Unterstützung vom Staat – wenn das so bleibe, rechnet Scherer damit, dass viele Geschäfte die Pandemie nicht überleben werden.

Einzelhandel geht verhalten ins neue Jahr

Auch für das kommende Jahr erwartet der Einzelhandelsverband Pfalz, dass die Lage weiterhin angespannt bleibt. Entscheidend sei, wie lange der momentane Lockdown beibehalten werde, sagt Scherer. Je früher die Geschäfte wieder öffnen können, desto lieber sei es ihm. Allerdings würden viele Händler bereits damit rechnen, dass der Lockdown verlängert werden könnte. Und selbst wenn die Geschäfte wieder öffnen dürfen, sei noch völlig unklar, welche Bedingungen und Einschränkungen dann gelten.

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