dpapicture allianceMarkus Scholz (Foto: picture-alliance / dpa)

Homburger Geschäfte öffneten trotz Feiertages Konkurrenz für Zweibrücker Saarländertag

Am Donnerstag war im Saarland Feiertag. Viele Saarländer fuhren deshalb zum Shoppen in die Westpfalz, nach Zweibrücken oder Waldmohr. Homburg wehrte sich erstmals mit einem verkaufsoffenem Feiertag.

Mariä Himmelfahrt ist nur im Saarland und in einigen Regionen Bayerns ein gesetzlicher Feiertag. Rund 50 Geschäfte in Homburg warteten von 13.00 Uhr bis 18.00 Uhr auf Kunden. Zudem gab es ein umfassendes Rahmenprogramm. "Die Händler sind sehr zufrieden", zog Anette Germann, die Vorsitzende des Gewerbevereins Homburg, am Donnerstagabend Bilanz. Gerade auch kleinere, von den Eigentümern geführte Geschäfte seien nach eigenen Angaben von Neukunden auch aus dem Umland "entdeckt" worden. "Viele Händler haben gesagt, dass die Geschäfte besser liefen als am verkaufsoffenen Sonntag", sagte Germann.

Gesetzeslücke macht's möglich

Um an Mariä Himmelfahrt die Geschäfte öffnen zu können, hatte Homburg extra einen verkaufsoffenen Sonntag im Mai gekippt. Der Vorschlag sei aus der Händlerschaft gekommen, hieß es. Möglich machte das eine Gesetzeslücke im Ladenöffnungsgesetz. Etwa 50 Einzelhändler in Homburg haben beschlossen, einen der vier erlaubten verkaufsoffenen Sonntage, nämlich den im Mai, gegen den verkaufsoffenen Feiertag an Mariä Himmelfahrt zu tauschen. Falls das Feiertagsshopping gut läuft, will die Stadt mit rund 40 000 Einwohnern dies 2020 wiederholen. Die Tendenz geht in Richtung. "Wir wollen das noch mal machen", sagte Germann über die ersten Reaktionen.

Zweibrücken nimmt Shopping-Duell mit Humor

Das rund 16 Kilometer entfernte Zweibrücken in Rheinland-Pfalz stellte sich dem länderübergreifenden Shoppingduell mit einem Programm mit speziellen Speisen und Getränken - unter dem Motto "Grenzenlos einkaufen und feiern". Die Strategie sei scheinbar so gut, dass Homburg sie kopiere, verlautete nicht ohne Augenzwinkern aus der kleinsten kreisfreien Stadt Deutschlands. "Es läuft wirklich gut. Die Händler sind zufrieden", sagte die Zweibrücker Stadtmanagerin Petra Stricker am Abend und fügte hinzu: "Wir gönnen es den Nachbarn auch. Wir sehen das nicht als Duell."

Kritik von Bistum und Gewerkschaft

Die Gewerkschaft ver.di kritisiert den verkaufsoffenen Feiertag in Homburg. Nach Angaben der Gewerkschaft wird damit der Sinn eines Feiertags ad absurdum geführt. Mariä Himmelfahrt sei im Saarland ein besonderer Feiertag, weil er nur dort und in einigen Regionen Bayerns gesetzlicher Feiertag ist. Ver.di befürchtet auch, dass andere saarländische Städte nachziehen könnten und der Feiertag so nach und nach ausgehöhlt wird. Auch das Bistum Speyer kritisierte den verkaufsoffenen Feiertag. Wie ein Bistumssprecher mitteilte, sollten sich die Menschen an solch einem Tag die Seele füllen und nicht die Einkaufstaschen.

Saarländertag in der Westpfalz

In der Westpfalz gilt Mariä Himmelfahrt schon seit Jahren als sogenannter Saarländertag. Weil viele Saarländer zum Einkaufen in die Pfalz kommen. Deshalb gibt es beispielsweise in Zweibrücken und Waldmohr besondere Aktionen. In Zweibrücken öffnete am Vormittag ein Schlagbaum symbolisch die Fußgängerzone. Damit soll an die Zeit erinnert werden, in der das Saarland und Zweibrücken durch Staatsgrenzen getrennt waren.

In Waldmohr wurde ein Lyonerfest gefeiert. Lyoner gilt als Leibspeise der Saarländer. Zur Einstimmung auf das Fest wurden laut Verkehrs- und Gewerbeverein Waldmohr auf dem Marktplatz 300 Lyoner ausgegeben. Denn trotz Neckereien und fieser Witze über das jeweils andere Bundesland: eigentlich mögen sich die Saarländer und Pfälzer sehr. Das belegt auch eine Umfrage zum Saarländertag in Zweibrücken:

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