Ein Mann hat eine Jagdflinte angelegt. Beid em Bild handelt es sich um ein Symbolbild.  (Foto: picture-alliance / dpa)

Treibjagd in Bechhofen Jäger wegen Schuss ins Knie verurteilt

Für den Jäger ist es der sprichwörtliche Schuss ins eigene Knie - auch wenn er einen Treiber traf. Das Amtsgericht Zweibrücken verurteilte den Jäger trotz seiner kuriosen Ausrede.

Der Jäger aus dem Kreis Kaiserslautern bekam 18 Monate Haft auf Bewährung aufgebrummt - wegen fahrlässiger Körperverletzung. Er hatte vor gut einem Jahr bei einer Jagd im südwestpfälzischen Bechhofen einem 56-jährigen Mann ins Knie geschossen, der Wildschweine aus einem Maisfeld treiben sollte.

Gutachten widerlegt Schutzbehauptung des Jägers

Der Jäger hatte angegeben, dass sich der Schuss versehentlich gelöst habe. Als Grund gab er einen Muskelkrampf an. Ein medizinisches Gutachten hat diese Behauptung nach Angaben des Amtsgerichtes jedoch widerlegt. Das Gericht folgte der Auffassung der Staatsanwaltschaft, wonach der Jäger seine Sorgfaltspflicht verletzt hatte. Er habe in das Maisfeld geschossen, ohne dass er es einsehen konnte.

Opfer erhält Geld vom Schützen

Der Prozess am Donnerstag dauerte nur knapp zwei Stunden. Eigentlich hätten noch Zeugen gehört werden sollen, aber laut Gericht hat der Angeklagte dem Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung zugestimmt. Seinen Waffenschein soll er freiwillig abgegeben haben.

Das Opfer, ein Forstarbeiter, ist bis heute arbeitsunfähig. Der Mann kann wegen der Knieverletzung weder lange stehen noch sitzen. Deshalb muss der Jäger drei Jahre lang jeden Monat 300 Euro an den Geschädigten zahlen.

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