Fotos des neuen rot-weißen Rettungshubschraubers (Foto: SWR)

Nach monatelangem Streit Westpfalz rechnet fest mit Rettungshubschrauber

Die Chancen für einen Rettungshubschrauber in der Westpfalz werden größer. Der Landrat des Donnerbergkreises geht davon aus, dass der Hubschrauber kommt - und auch das Land scheint seine Ablehnung aufzugeben.

Landrat Rainer Guth (parteilos) sagte auf dem Neujahrsempfang des Donnerbergkreises, er habe die mündliche Zusage des rheinland-pfälzischen Innenministeriums, dass es noch in diesem Jahr eine europaweite Ausschreibung für den dauerhaften Betrieb eines Rettungshubschraubers in der Westpfalz geben soll.

Eine solche Stationierung hatte das Land bisher stets abgelehnt und auf den ADAC-Rettungshubschrauber in Ludwigshafen verwiesen, mit dem die Westpfalz gut versorgt sei. Schriftlich teilte das Innenministerium mit, dass es erst noch eine Bedarfsanalyse für den Hubschrauber geben soll.

Staatssekretär: "Daten lassen positiv hoffen"

Allerdings: Auch das Ministerium scheint jetzt davon auszugehen, dass die Analyse ergibt, dass ein Rettungshubschrauber in der Westpfalz gebraucht wird. Staatssekretär Randolf Stich (SPD) sagte dem SWR: "Eine erste Sichtung der Daten lässt schon positiv hoffen, dass wir auf der Grundlage auch einen Bedarf für einen Hubschrauber bestätigen können." Ein Ergebnis des Gutachtens soll laut Stich schon im zweiten Quartal 2019 vorliegen, dann könne die europaweite Ausschreibung erfolgen.

Bis es soweit ist, sollen auch weiterhin Rettungsflüge vom westpfälzischen Sembach aus möglich sein. Seit Oktober ist dort ein Hubschrauber der Johanniter Luftrettung stationiert. Er hat schon mehr als 200 Rettungsflüge absolviert. Über die Kosten der nicht genehmigten Flüge war ein Streit zwischen Land, Johannitern, den Krankenkassen und den betroffenen Kommunen entbrannt. Einige Krankenkassen hatten sich geweigert, die Notfalleinsätze mit dem neuen Rettungshubschrauber zu zahlen.

Zweibrücken ist möglicher Standort für Hubschrauber

Noch steht nicht fest, wo der Hubschrauber endgültig stationiert werden könnte. Landrat Guth brachte Sembach oder Kusel ins Gespräch. Allerdings gibt es auch eine Anfrage, einen Intensiv-Hubschrauber in Zweibrücken zu stationieren, der auch das Saarland mitversorgen könnte. Staatssekretär Stich bestätigte, dass auch Daten aus dem Saarland in die Bedarfsanalyse eingearbeitet werden sollen. "Das Gutachten soll auch Vorschläge machen, wo ein Rettungshubschrauber stationiert werden kann", sagte er.

STAND