Zu wenig Daten vorhanden Kerosin-Gutachten für Pfälzerwald vorerst geplatzt

Tausende Menschen hatten auf ein Gutachten des Umweltbundesamtes gewartet, das klären sollte, wie gefährlich der Kerosinregen ist, der vor allem über dem Pfälzerwald runter kommt. Doch daraus wird erstmal nichts.

Das Gutachten war vom Umweltbundesamt für Anfang November angekündigt, erste Ergebnisse sollten schon heute bei einer Konferenz der deutschen Umweltminister in Bremen vorgestellt werden. Inzwischen steht aber fest: Das Kerosin-Gutachten wird in diesem Jahr nicht mehr fertig. Ergebnisse sollen erst im kommenden Jahr vorliegen.

"Grundlegende Forschungsarbeit" für Kerosin-Gutachten nötig

Nach Angaben des Umweltbundesamtes gibt es Probleme, weil das Thema in den letzten Jahrzehnten wissenschaftlich kaum bearbeitet worden ist. Daher seien grundlegende Forschungsarbeiten notwendig.

Das Gutachten sollte untersuchen, wie stark Boden, Wasser und Luft belastet werden, wenn Flugzeuge Treibstoff ablassen. Das geschieht besonders häufig über dem Pfälzerwald, weil Maschinen, die technische Probleme haben, Kerosin ablassen müssen, bevor sie wieder landen können. Die Flugzeuge wären sonst zu schwer für eine Landung.

Kopfschütteln bei Kerosin-Kritikern

Peter Degenhardt (CDU), der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Landstuhl, hat kein Verständnis dafür, dass sich das Kerosin-Gutachten so lange verzögert. Überrascht ist er allerdings nicht: "Es war immer von einem Meta-Gutachten die Rede, das auf vorhandenen Daten basiert", erklärt Degenhardt. "Da hatte ich große Zweifel! Wenn diese Daten etwas hätten aussagen können, dann hätte man kein Gutachten mehr gebraucht."

Auch Cornelia Hegele-Raih von der Initiative Pro Pfälzerwald ist nicht verwundert, dass das Gutachten zum Kerosin in der Luft doch nicht dieses Jahr vorliegen wird. Die Initiative kritisiert schon lange, dass keine aktuellen Daten zum Treibstoff-Ablass vorhanden sind. "Wir hatten recht", stellt Cornelia Hegele-Raih ernüchtert fest. Und fordert: "Hier muss dringend etwas passieren!" Es müssten beispielsweise zügig aktuelle Daten erfasst werden.

Sind Messungen zum Kerosin-Ablass überhaupt machbar?

An aktuelle Zahlen zu kommen, scheint schwierig. Einige Experten argumentieren, dass es nicht möglich sei, den Treibstoff in der Umwelt nachzuweisen. Peter Degenhardt sieht das anders: "„Physiker können einen Zuckerwürfel im Bodensee nachweisen - dann sollte es auch möglich sein, Kerosin in der Luft zu messen und ob etwas im Waldboden ankommt und ob es gesundheitsschädllich ist."

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