füchse (Foto: SWR)

Viele Wildtiere in der Westpfalz in Not Wie Fuchsbabys vor dem Tod gerettet werden

Im April passieren statistisch gesehen besonders viele Wildunfälle in der Westpfalz. Viel Arbeit für die Wildtierhilfe Kaiserslautern.

Laut Polizeipräsidium Westpfalz sind im April vergangenen Jahres 432 Wildunfälle in der Westpfalz passiert. Deutlich mehr, als in anderen Monaten. Auch in diesem Jahr scheint der April wieder ein heftiger Monat zu werden. Fast täglich landen zurzeit verletzte Tiere bei der Wildtierhilfe Kaiserslautern.

Fuchsbabys in Not

Große Knopfaugen, ein flauschiges Fell, ein paar Wochen alt: das sind Simba und Mariechen. Eng aneinander gekuschelt sitzen die beiden Fuchsbabys in ihrem Gehege – mitten im Wald mit viel Holz zum Klettern, kleinen Bäumchen und viel Stroh. Tanja Megner von der Wildtierhilfe Kaiserslautern päppelt die beiden seit kurzem auf: „Das war eine Notsituation, die haben sich unter einem Baucontainer versteckt. Es hat sich herausgestellt, dass das Muttertier wohl überfahren wurde. Die Kleinen haben den Kontakt zum Menschen gesucht, auf der Suche nach Futter. Es war auch wirklich kurz vor knapp. Die waren sehr unterernährt und dehydriert. Sie hätten nicht mehr lange draußen überlebt.“

Seit sie in ihrem neuen Zuhause eingezogen sind, haben die beiden Fuchswelpen ordentlich zugelegt. Regelmäßig geht es auf die Waage. Was aber nicht gerade zu ihren Lieblingsbeschäftigungen gehört: „Sie winden sich, wollen weg und werden dann auch relativ schnell panisch. Von daher muss das alles immer relativ schnell gehen. Da ist der Kontakt wirklich nur reingehen, füttern, Box sauber machen raus gehen“, sagt Tanja Megner.

füchse (Foto: SWR)
Wenn alles nach Plan läuft, sollen die Füchse schon bald wieder ausgewildert werden.

Wildtiere sind nicht zahm

In den vergangenen Tagen sind bei der Wildtierhilfe Kaiserslautern täglich neue Tiere in Not angekommen. Das heißt, nachts immer wieder Aufstehen, um die kleinen Neuankömmlinge zu füttern. Tanja Megner macht das ehrenamtlich - für die gelernte Krankenschwester eine Herzensangelegenheit. Auch wenn die Tiere anfangs häufig verschmust wirkten, lege sich das mit der Zeit und sie würden alle wieder scheu.

Tanja Megner rät jedem, der ein Wildtier entdeckt, erst mal Fotos oder Videos zu machen – und sie dann der Wildtierhilfe Kaiserslautern zu schicken. Auf keinen Fall sollten Tiere einfach mit nach Hause genommen werden. „Generell kommt es ja vor, dass die Jungfüchse draußen rumrennen und die Gegend erkunden, wenn sie flügge werden. Da muss man immer vorsichtig sein. Also nicht einfach jedes Tier einsammeln, was irgendwo rumrennt und vermeintlich vielleicht hilflos ist.“ Besonders Wildkatzen würden gerne eingesammelt, weil sie aussähen wie kleine süße Katzenbabys. Es handele sich aber um Wildtiere, die man wirklich nur dann mitnehmen sollte, wenn sie verletzt seien.

Notrufnummer der Wildtierhilfe: 0177-4256478 

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