Zum ersten Mal deutschlandweit Bürgerrat mit Frau aus Schönenberg-Kübelberg

Bürger werden bei politischen Entscheidungen gehört - das ist der Sinn eines Bürgerrates. Der findet jetzt zum ersten Mal deutschlandweit statt - und mit dabei ist Veronika Schneider aus dem Kreis Kusel.

Veronika Schneider (Foto: Privat)
Veronika Schneider ist als einzige Westpfälzerin beim Bürgerrat dabei. Privat

"Ich bin bis unter die Haarspitzen gespannt und freue mich echt", sagt Veronika Schneider. Sie ist eine von 160 Teilnehmern, die am ersten deutschlandweiten Bürgerrat in Leipzig teilnehmen. Zweimal zwei Tage werden die Menschen dort über verschiedene Themen diskutieren. Andere Länder wie zum Beispiel Irland nutzen das Instrument schon länger, um ihre Bürger mitbestimmen zu lassen und das Ohr nah am Volk zu haben.

"Die Lauten werden gehört"

Veronika Schneider findet es gut, dass sie und die anderen Bürger gefragt werden. In Leipzig wird es beispielsweise um Lobbyismus, Bürgerbeteiligung und Herausforderungen der Demokratie gehen. Themen, die Veronika Schneider spannend findet. Und sie hofft, dass die Vorschläge des Bürgerrates in der Politik auch etwas bewirken werden. "Ich denke, es wird zur Zeit soviel polarisiert. Die Lauten werden eher gehört und die anderen ziehen sich eher zurück. Ich finde, dass alle was sagen müssen - und das ist hier auch gegeben, dass alle irgendwie drankommen."

Die 66-Jährige aus Schönenberg-Kübelberg wurde für den Bürgerrat ausgelost. Sie erhielt einen Brief mit einer Adresse, wo sie sich anmelden konnte. Ihr Mann und sie waren erst einmal skeptisch: "Mein Schwiegersohn hat dann recherchiert und festgestellt, dass das eine sehr gute Sache ist. Und dann habe ich mich natürlich angemeldet."

Mitarbeit eine Frage der Ehre

Veronika Schneider hat bis zu ihrer Pensionierung vor vier Jahren als Geschäftsführerin der Ökumenischen Sozialstation in Brücken im Kreis Kusel gearbeitet. Ihre Arbeit und die Familie haben ihr keine Zeit gelassen, sich schon früher zu engagieren. An dem Bürgerrat teilzunehmen, ist für Veronika Schneider daher auch eine Frage der Ehre. Es sei ihre Pflicht als Bundesbürgerin mitzuarbeiten, wenn sie danach gefragt werde. "Wenn ich hier eine Möglichkeit habe, irgendwo an jedem Thema mitzuarbeiten, dann finde ich das gut."

Die Ergebnisse, zu denen der Bürgerrat in Leipzig kommt, werden im November an Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble übergeben. Und da wird Veronika Schneider dann natürlich dabei sein.

STAND