Ein Mann hält ein Wildkatzenbaby.  (Foto: SWR)

Nach intensiver Suche Zweites Wildkatzen-Baby im Donnersbergkreis aufgetaucht

Vergangene Woche wurden zwei Wildkatzen-Babys bei Waldgrehweiler gefunden. Eins kam schnell in eine Tierauffangstation. Von dem anderen fehlte jede Spur. Bis jetzt.

Wildkatzenbaby in einer Kiste (Foto: SWR)
Das zweite Wildkatzenbaby ist mittlerweile auch in die Auffangstation gekommen.

Eine Familie hatte die beiden Tierchen an der Landstraße bei Waldgrehweiler gefunden. Als sie dort am Straßenrand standen, hielt noch ein zweites Auto mit einer Fahrerin an. Die Familie und die Frau einigten sich dann darauf, je ein Kätzchen mitzunehmen. Die Frau meldete sich danach schnell bei der Wildtierhilfe Kaiserslautern, weil sie merkte, dass es sich um eine Wildkatze und keine normale Katze handelt. Doch vom zweiten Baby fehlte jede Spur.

Wildkatzen-Baby wieder aufgetaucht

Die Wildtierhilfe Kaiserslautern setzte daraufhin alle Hebel in Bewegung, um das Tier zu finden. Über Facebook, Radio und Fernsehen wurde verbreitet, dass irgendjemand im Donnersbergkreis ein Wildkatzen-Baby zu Hause hat. Die Bemühungen waren dann tatsächlich erfolgreich und über einen Kommentar bei Facebook sind die Tierschützer auf die Katzenpflegeeltern gekommen. Jetzt hat die Wildtierhilfe das kleine Tierchen dann abholen und zur Tierauffangstation Tierart nach Maßweiler (Südwestpfalz) bringen lassen.

Dauer

Wildkatze mit Hauskatze verwechselt

Tatsächlich war es wohl so, dass die Familie ganz einfach dachte, dass es sich um eine kleine Katze handelt, die Hilfe braucht. Die kleine Wildkatze ist bei der Tierauffangstation inzwischen wieder mit seinem Geschwisterchen vereint worden. Beide verarbeiten jetzt erstmal den Stress der letzten Tage. Nach Angaben einer Mitarbeiterin von Tierart in Maßweiler werden die beiden Babys in den nächsten Wochen hochgepäppelt und langsam wieder an die Natur herangeführt. Sobald sie selbst jagen können und auch sonst fit sind, sollen sie wieder ausgewildert werden.

Unterschiede zwischen Wildkatzen und Hauskatzen

Wildkatzenbabys sehen genauso süß aus wie die Babys von Hauskatzen. Es gibt aber Unterschiede. Sie fauchen sehr laut und können ganz schön gefährlich werden. Das sagt Tim Zeller, Revierleiter in der Wildtier-Auffangstation in Maßweiler. "Die sind von klein auf schon richtig kratzbürstig. Die werden sich nicht anfassen lassen, die kratzen, die beißen. Die fauchen so arg, dass einem ihr Sabber entgegenfliegt." Zum Schmusen und Knuddeln eigenen sich die Babys von Wildkatzen nicht.

Wildkatzen sind für Laien schwer zu erkennen

Insgesamt sind schon drei Wildkatzen-Babys in der Wildtierauffangstation in Maßweiler abgegeben worden – weil Menschen dachten, sie hätten es mit vermeintlich ausgesetzten Hauskatzen-Babys zu tun. Eine Finderin hat von einer Frau erzählt, die ein anderes Wildkatzenbaby mit nach Hause genommen hat. Die Mitarbeiter der Wildtier-Auffangstation hoffen nun, dass die Frau das kleine Wildkätzchen bei ihnen abgibt. "Für Laien ist es relativ schwierig, Wildkatzen zu erkennen", sagt Tim Zeller. "Die Wildkatze hat verschiedene Brauntöne im Fell, ein schwarzer Strich, der die Wirbelsäule entlang geht. Dann muss man drauf achten, dass die Wildkatze eine rosa Nase hat." Außerdem sei der Schwanz bei einigen Wildkatzen-Rassen buschiger.

Wildkatzen lassen sich nicht zähmen

Sollte man im Wald ein Katzenbaby finden, empfiehlt der Experte erstmal abwarten und das Tier beobachten. Nur wenn das Tier verletzt ist, sollte man schneller handeln. Wer Wildkatzen mit nach Hause nimmt, macht sich des Wilddiebstahls schuldig. Und Zähmen lässt sich eine Wildkatze nie.

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