Eine tote Krähe unter einem Baum in der Zweibrücker Gestütsallee. (Archivbild) (Foto: SWR)

Keine Vergiftungen nachweisbar Krähensterben in Zweibrücken bleibt mysteriös

Im Mai 2018 waren in einer Allee in Zweibrücken rund 100 tote Krähen entdeckt worden. Wurden sie vergiftet? Die Staatsanwaltschaft hat die Ergebnisse der Untersuchungen ausgewertet.

Insgesamt wurden neun Krähen untersucht: Der Verein Wildvogelrettung Hochspeyer hatte die Kadaver von vier toten Krähen an ein Untersuchungsamt in Karlsruhe geschickt. Der Kreis Südwestpfalz ließ fünf tote Saatkrähen im Landesuntersuchungsamt in Koblenz obduzieren.

Nachweis von Gift in einer Krähe

Lediglich im Kadaver einer toten Krähe, die nach Karlsruhe geschickt wurde, konnte nach Angaben der Staatsanwaltschaft Zweibrücken ein chemischer Stoff namens Coumatetralyl festgestellt werden - ein Stoff, der in handelsüblichen und freiverkäuflichen Ratten- und Mäusegiften vorkommt. Bei den weiteren Krähen wurden - wie auch bei der Krähe, in der Coumatetralyl gefunden wurde - Futtermangel und Salmonellenbefall festgestellt.

Bei den fünf Vögeln, die der Kreis Südwestpfalz untersuchen ließ, war ein Tier von einem Infekt betroffen - die Todesursache der anderen Tiere blieb unklar. Allerdings konnten keine Hinweise auf eine Vergiftung gefunden werden.

Kein strafrechtlich verwertbarer Hinweis auf Gift

Wie die Staatsanwaltschaft Zweibrücken mitteilt, bestehe angesichts der Untersuchungsergebnisse zwar die Möglichkeit, dass noch weitere Krähen durch Gift getötet wurden - dies seien aber Mutmaßungen. "Aus strafrechtlicher Sicht kann jedenfalls kein Nachweis geführt werden, ob noch weitere - und gegebenenfalls wieviele - der verendeten Krähen Coumatetralyl aufgenommen haben, zumal nur bei einem der untersuchten Tiere der Stoff nachgewiesen werden konnte", heißt es in der Mitteilung.

Haben Krähen woanders Gift aufgenommen?

Auch sonst habe es keine Hinweise darauf gegeben, dass Gift gezielt ausgelegt worden sei, um die Krähen zu töten. Es könne durchaus sein, dass das Ratten- und Mäusegift an anderer Stelle ausgebracht worden sei, wo es benutzt werden durfte - und dass einzelne Krähen es dort aufgenommen hätten, so die Staatsanwaltschaft.

Im Mai 2018 waren rund 100 Kadaver von Krähen in der Zweibrücker Gestütsallee entdeckt worden. Die Wildvogelrettung Hochspeyer hatte sich damals um die Tiere gekümmert und den Verdacht geäußert, die Vögel seien vergiftet worden. In Zweibrücken hatten Krähen in der Vergangenheit mehrfach bei Spaziergängern und Anwohnern für Unmut gesorgt - wegen des Kots und des Lärms der Tiere.

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