Umgehung Hochspeyer (Foto: SWR)

Umleitung durch den Ortskern Gesperrte Umgehung Hochspeyer freut Einzelhändler

Wenn eine Umgehungsstraße gesperrt wird, brauchen Pendler mehr Nerven - und die Anwohner leiden unter Lärm. Das ist im Moment auch in Hochspeyer so. Immerhin profitieren die Einzelhändler.

Seit gut zehn Jahren gibt es die Umgehung von Hochspeyer - sie bedeutet für viele Pendler aus dem Elmsteiner Tal nach Kaiserslautern eine Zeitersparnis. Jetzt ist die B37 in diesem Bereich gesperrt, weil auf vier Kilometern die Fahrbahn neu gemacht werden muss.

Was Anwohner und Pendler nervt, freut die Einzelhändler. Denn der Verkehr wird durch Hochspeyer umgeleitet - vorbei an den Geschäften. Seit 40 Jahren gibt es in der momentan viel befahrenen Hauptstraße zum Beispiel das Schuhgeschäft von Silvia Nikolaus. Sie hat in den vergangenen Wochen einige Stammkunden aus der Zeit begrüßt, als es noch keine Umgehung gab. "Viele Kunden haben gesagt, dass sie früher schon mal da waren. Aber einige sagen auch, dass sie uns nicht wahrgenommen haben, weil sie sonst die Umgehungsstraße fahren."

Tankstelle und Autohandel profitieren

Am anderen Ende von Hochspeyer steht nicht nur eine im Moment gut frequentierte Tankstelle, sondern auch ein Autohandel, den es schon seit über 85 Jahren gibt - und damit fast so lang wie das Auto selbst. Inhaber Philipp Egelhof sagt, er und seine Kollegen kämen zurzeit zwar nicht gut über die Straße. "Aber wir werden wieder öfters gesehen durch den Durchgangsverkehr", sagt Egelhof. "Und wir werden von Kunden angesprochen, die normalerweise nicht zu uns kommen."

Von Baustelle zu Baustelle

Direkt nebenan ist ein kleiner Bastel- und Geschenkeladen. Michaela Weidhaas-Bäumler und ihre Mama Monika haben ihn erst im im März eröffnet. Da fehlt zwar noch der Vergleich zu früher, was die Kundschaft angeht. Dafür können sie die Baustellen vergleichen. "Wir hatten den Laden in Bad Dürkheim von 2011 bis 2019 - und da wurde ständig gebaut und ständig war etwas gesperrt. Eigentlich wollten wir hier in Hochspeyer in ein baustellenfreies Jahr - nach zwei Tagen standen dort die ersten Baustellenschilder."

Auch wenn bei den Einzelhändlern die Geschäfte dank der Baustelle derzeit ganz gut zu laufen scheinen - ihnen droht Übles, denn in den kommenden Jahren soll die Hauptstraße durch Hochspeyer saniert werden. Dann müssen wohl erst recht wieder alle außen herum fahren - und viel weniger Kunden werden den Weg in die Geschäfte finden.

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