Seelsorger stammt aus Nigeria Pfarrer soll in Queidersbach rassistisch beschimpft worden sein

"Aus diesen dreckigen schwarzen Händen nehme ich nichts" - diese Worte sollen beim Gottesdienst in Queidersbach (Kreis Kaiserslautern) gefallen sein, als der Pfarrer die Hostie geben wollte. Der Mann kommt aus Nigeria.

In der Gemeinde soll es noch weitere Fälle von Rassismus gegen Pfarrer Patrick Asomugha gegeben haben. So sollen Eltern beispielsweise gesagt haben: "Von dem Schwarzen lasse ich mein Kind nicht taufen."

Beschwerden beim Bistum über Pfarrer

Das Bistum Speyer bestätigte auf Anfrage: Es sind Beschwerden gegen den Pfarrer eingegangen. Ein Sprecher wollte sich aber nicht konkret zu den Vorwürfen äußern. Ein Mitglied der katholischen Kirchengemeinde in Queidersbach sagte dem SWR, dass der Pfarrer nicht gut organisieren könne. Aber dafür sei er ein hervorragender Seelsorger.

Unterstützung für den Pfarrer angekündigt

Bürgermeister Uwe Unnold (FWG) will jetzt gemeinsam mit anderen Bürgermeistern und dem Landstuhler Verbandsbürgermeister Peter Degenhardt (CDU) Pfarrer Asomugha den Rücken stärken: Es soll einen offenen Brief geben, indem der Rassismus gegen den Mann verurteilt wird.

Peter Degenhardt (Foto: Verbandsgemeinde Landstuhl)
Auch Verbandsbürgermeister Peter Degenhardt setzt sich für den Pfarrer aus Nigeria ein. Verbandsgemeinde Landstuhl

Bistum hält an Pfarrer Asomugha fest

Asomugha selbst ist zurzeit in Urlaub. Er ist seit 2017 in der Großpfarrei Queidersbach eingesetzt. Nach Angaben des Bürgermeisters hat der Pfarrer Angst, dass er seine Gemeinde wegen der Vorfälle verlassen muss.

Das Bistum Speyer hat inzwischen aber mitgeteilt, dass es den Pfarrer nicht versetzen will. Asomugha bereichere als Priester der Weltkirche das Bistum. Die Diözese hat angekündigt, dass im September ein Informationstreffen mit allen Pfarrgremien stattfinden soll.

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