Collage SWR (Foto: SWR)

Dieter Hirsch nimmt Hut Schwedelbacher Bürgermeister hat die Nase voll

Keine Lust, keine Zeit oder zu alt - alles Gründe, warum jemand kein Ortsbürgermeister mehr sein will. Dieter Hirsch aus Schwedelbach bei Kaiserslautern nennt einen ganz anderen Grund.

Dieter Hirsch (SPD) hängt nach 20 Jahren als Ortsbürgermeister von Schwedelbach sein Amt an den Nagel. Dafür nennt er zwei Gründe: "Ich werde in ein paar Monaten 73 Jahre alt und es ist einfach Zeit, der Politik adieu zu sagen." Aber das Alter ist nicht der einzige Grund: Es sind die seiner Meinung nach immer schlechter werdenden Umgangsformen in der Politik, die ihm zu schaffen machen.

Furcht vor Attacken vermiest Engagement

"Ich denke, dass sich die Menschen verändert haben", sagt Dieter Hirsch. "Das heißt, der Ton ist rauer geworden, auch in so einer kleinen Gemeinde. Das Miteinander wird immer schwieriger." Da man fürchten müsse, attackiert zu werden, müsse man sich ernsthaft überlegen, ob man sich in seiner Freizeit ehrenamtlich und kommunalpolitisch engagiert.

Bürgerzentrum Schwedelbach (Foto: SWR)
Hier arbeitete Bürgermeister Dieter Hirsch 20 Jahre lang für "sein" Schwedelbach.

Diese Veränderung bemerkt Hirsch seit einigen Jahren. Wo früher noch an einem Strang gezogen worden sei, um ein Ziel zu erreichen, stehe heute oft das eigene Ego an erster Stelle. Heute würden Probleme eher übers Internet ausgefochten. Das alles mache die Kommunalpolitik und die Politik im Allgemeinen so viel schwieriger als noch vor rund 20 Jahren.

Hirsch freut sich daher auf seinen Ruhestand und geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge: "Ich denke, ich kann sagen, dass wir in den 20 Jahren hier in Schwedelbach gemeinsam mit meiner Fraktion und den Ratsmitgliedern sehr viel erreicht haben für unsere Bürgerinnen und Bürger. Ich denke, da kann man stolz drauf sein."

Kommunalpolitiker aus Leidenschaft

Besonders erwähnt Dieter Hirsch zum Beispiel den Bau des Kreisels am Ortseingang, die Kneipp-Anlage, die Baumallee oder auch, dass Schwedelbach schon drei Mal den Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" gewonnen hat. Er sagt über sich selbst, er sei Kommunalpolitiker aus Leidenschaft gewesen. Aber seine "Restlaufzeit", wie er es augenzwinkernd nennt, möchte er mit seiner Familie verbringen.

STAND