Das Verwaltungsgebäude der Universität Kaiserslautern. Davor das Logo der Universität. (Foto: dpa Bildfunk, Universität Kaiserslautern, Montage: SWR)

Nach Entscheidung der Landesregierung Uni-Senat in Kaiserslautern ist "empört"

Die Technische Universität Kaiserslautern soll mit der Uni Landau zusammengehen - so will es die Landesregierung. Der Senat der TU Kaiserslautern findet deutliche Worte.

Die Technische Universität sei "empört" über den Entscheidungsprozess, in den die Gremien der Uni nicht einbezogen worden seien. Oberste Priorität habe der Erhalt und der Ausbau der Forschungs- und Ausbildungsprofile der Technischen Uni. Nur so könnten auch in Zukunft die hohen Standards der Uni gehalten werden.

Dauer

Einladung an Uni Landau

"Für die Angliederung des Standorts Landau müssen unüberschaubar hohe inhaltliche, personelle, finanzielle, infrastrukturelle und administrative Hürden überwunden werden, für die bisher keine Lösungen in Aussicht gestellt wurden", heißt es in einer Pressemitteilung. Immerhin will die Technische Universität in den Prozessen "Führungsaufgaben" übernehmen. Der Senat lud die Führung der Uni Landau zu einer gemeinsamen Sitzung nach Kaiserslautern ein. Ein Senat ist das oberste Gremium und Selbstverwaltungsorgan an einer Universität.

Der Kaiserslauterer Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) zeigte sich dagegen verhalten optimistisch: Es gebe bei der Fusion der Universitäten Chancen und Risiken. Wichtig sei, die Angebote der beiden Standorte Kaiserslautern und Landau so zusammenzuführen, dass alle davon profitieren. Der Zusammenschluss bietet nach Ansicht von Weichel für Kaiserslautern die Chance, in der Metropolregion Rhein-Neckar vertreten zu sein. "Die TU muss aber darauf achten, in Zukunft international nicht an Bedeutung zu verlieren", sagte Weichel.

Heftige Kritik kam von den Grünen in Kaiserslautern: Sie halten es für einen schweren Fehler, dass weder die Studenten noch wissenschaftliche Mitarbeiter, Professoren oder der Senat in die Entscheidung eingebunden waren. Sie werfen dem Wissenschaftsminister Konrad Wolf (SPD) vor, keinen schlüssigen Plan für die Fusion vorbereitet zu haben. Die Grünen fordern eine langfristige Standortgarantie für alle Fächer an beiden Standorten und eine S-Bahn-Linie Kaiserslautern-Landau-Karlsruhe.

Uni KL (Foto: SWR)
Die TU in Kaiserslautern soll enger mit der Uni Landau zusammen arbeiten. (Archivbild)

Angst um internationalen Ruf der Unis

Schon im Vorfeld hatten sowohl emeritierte Professoren der TU Kaiserslautern als auch die Studierendenvertretung, der ASTA, Bedenken geäußert: Sie befürchten, dass die Profile der Universitäten vermischt werden könnten - und dadurch der Ruf der einzelnen Uni-Standorte international schlechter werden könnte. Im schlimmsten Fall sehen die Fusions-Gegner die Gefahr, dass Kaiserslautern als Wissenschaftsstandort gefährdet sein könnte.

Die Landesregierung hatte am Dienstag beschlossen, dass die Technische Universität Kaiserslautern und die Universität Landau zusammen gehen sollen. Die Fusion soll bis zum Wintersemester 2022 abgeschlossen sein. Beide Standorte sind grundverschieden: Die TU Kaiserslautern ist geprägt durch ihre naturwissenschaftlichen-technische Bereiche - und in diesen Bereichen teilweise weltweit führend in der Forschung. Die Uni Landau hingegen zeichnet sich durch die Studiengänge in Psychologie, Bildungswissenschaften und Umweltwissenschaften aus.

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