Schüler kämpfen für ehemalige Mitschülerin Petition für abgeschobene Familie aus Ramstein

Vor einigen Wochen ist eine junges Mädchen aus Ramstein-Miesenbach zusammen mit ihrer Familie nach Russland abgeschoben worden. Ihre Mitschüler kämpfen jetzt dafür, dass sie wieder zurück nach Deutschland kann.

Schüler aus Ramstein starten Petition (Foto: SWR)
Schüler des Reichswald-Gymnasiums in Ramstein-Miesenbach haben eine Petition gestartet, um zu erreichen, dass eine abgeschobene Schülerin mit ihrer Familie wieder zurück nach Deutschland kommen darf.

Im Reichwald-Gymnasium in Ramstein gibt es seit Wochen nur ein Thema: Die Abschiebung der inzwischen 14-jährigen Zhasmin. Zusammen mit ihren beiden kleinen Geschwistern und ihrer Mutter wurde die Familie aus Armenien Ende September nach Russland abgeschoben. Mehr als zehn Jahre hat Zhasmin mit ihrer Familie aber in Ramstein gewohnt, bis der Asylantrag der Familie plötzlich abgelehnt wurde. Zhasmin sei sehr gut integriert, eine gute Schülerin und zusammen mit ihren Geschwistern in mehreren Vereinen aktiv gewesen, sagt Schülersprecher Erik Meier.

Ihr Platz im Klassenzimmer bleibt frei

Auf ihrem Platz im Klassenzimmer steht ein Schild mit ihrem Namen. Als Symbol dafür, dass sie dorthin gehört und in der Klasse etwas fehlt, wenn sie nicht da ist, erklärt die Klassensprecherin Franziska Niklasch. Über das Internet halten die beiden Freundinnen Kontakt. In Russland ginge es Zhasmin schlecht, sie könne die Sprache nicht und habe dort deshalb auch keinen Kontakt zu anderen Jugendlichen.

Schülerprotest ruft Polizei auf den Plan

Schon am Tag der Abschiebung sind rund 50 Schülerinnen und Schüler in die Kreisverwaltung nach Kaiserslautern gefahren, um dort für ihre Mitschülerin zu demonstrieren. Eine ganz spontane Aktion. Schülersprecherin Paula Schording schmunzelt, wenn sie daran denkt, dass wegen der Demo mehrere Polizisten in die Verwaltung anrücken mussten: "Mir persönlich war es einfach wichtig ein Zeichen zu setzen und mich nicht bei der ersten Aufforderung rauswerfen zu lassen."

Abschiebung kurz vor Geburtstag von Zhasmin

Die Schüler kritisieren besonders, dass Zhasmin nur wenige Tage vor ihrem 14. Geburtstag abgeschoben wurde. Denn ab dann hätte sie ein Bleiberecht einklagen können. Die Kreisverwaltung Kaiserslautern teilte mit, dass sie darauf keinen Einfluss gehabt habe. Die Entscheidung über die Abschiebung der Familie habe das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) getroffen. Die Familie sei dann zum nächst möglichen Zeitpunkt abgeschoben worden. Den Protest der Schüler kann die Kreisverwaltung nach eigenen Angaben nachvollziehen. Ob er Protest am Ende Erfolg haben wird, darüber möchte die Verwaltung aber keine Wertung abgeben.

Schüler starten Petition

Ihre Hoffnung setzen die Schüler auf eine Internet-Petition, die sie selbst gestartet haben. Damit wollen sie erreichen, dass sich der Petitionsausschuss des Bundestags und der Bürgerbeauftrage des Landes mit dem Fall beschäftigen. Bisher sind rund 700 Unterschriften zusammen gekommen. Die Schüler hoffen auf 12.000. In den kommenden Wochen planen sie weitere Aktionen, damit Zhasmin irgendwann wieder auf ihrem Platz im Klassenzimmer in Ramstein sitzen kann.

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