Landgericht Kaiserslautern Prozessbeginn: Fahrerflucht nach tödlichem Unfall

Der tragische Unfall ereignete sich vor einem Elektronikmarkt in Kaiserslautern. Ein Autofahrer überrollte einen Fußgänger und tötete ihn. Deshalb steht der Fahrer nun vor Gericht.

Media-Markt mit Parkplatz in Kaiserslautern (Foto: SWR)
Auf dieser Straße wurde der Fußgänger angefahren und getötet.

Der Unfall passierte im November 2017. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft überfuhr der Angeklagte den Fußgänger auf einer Straße, die vor dem Parkplatz eines Elektronikmarktes in Kaiserslautern verläuft. Das 62-jährige Opfer starb noch an der Unfallstelle, aber der Autofahrer fuhr einfach weiter.

Sterbendem Fußgänger nicht geholfen

Weil er flüchtete, statt zu helfen, steht der 54-jährige Angeklagte seit Montag vor dem Landgericht Kaiserslautern. Der Vorwurf lautet: versuchter Mord durch unterlassene Hilfeleistung. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann durch die Fahrerflucht vertuschen wollte, dass er Alkohol getrunken hatte (zum Tatzeitpunkt knapp 0,5 Promille). Allerdings spielte der Zufall den Ermittlern in die Hände.

Nummernschild am Unfallort

Bei dem Unfall hatte sich nämlich das Nummernschild des Autos gelöst. So konnte die Polizei den Mann noch am Tag des Unfalls festnehmen. Ein Gutachter stellte fest, dass der Fahrer sein Opfer gesehen haben muss. Der Angeklagte sagte dagegen zum Prozessauftakt, er habe keinen Fußgänger gesehen. Es habe einen Knall gegeben und dann sei die Frontschiebe auf der Beifahrerseite teilweise gesplittert. Das habe er für einen Steinschlag gehalten und erst realisiert, was passiert war, als die Polizei bei ihm vor der Tür stand.

Vor dem Unfall mit Chef gestritten

Der Angeklagte ist bisher unbescholten und hat auch keine Punkte im Verkehrsregister. Er sagte, er trinke nur selten und in Maßen Alkohol. Dass er am Abend vor dem Unfall gegen seine Gewohnheit mehr getrunken hätte, habe daran gelegen, dass er Streit mit seinem Chef gehabt habe.

Für den Prozess sind drei Verhandlungstage bis Ende Mai angesetzt. Zum Prozessauftakt wurden mehrere Zeugen gehört - darunter ein Rechtsanwalt aus Kaiserslautern, der den Unfall beobachtete, sowie die Ehefrau des Angeklagten.

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