Protestaktion vor dem Militärflughafen Demonstranten fordern Abzug von US-Truppen aus Ramstein

Friedensaktivisten haben am Samstag in der Westpfalz den Abzug der US-Truppen gefordert. An den Veranstaltungen in Landstuhl und Ramstein-Miesenbach nahmen laut Polizei rund 800 Menschen teil.

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Die Veranstalter sprachen von 2.500 Teilnehmern. Zur Abschlusskundgebung auf der Air Base Ramstein kamen nach Polizeiangaben etwa 1.500 Menschen. Mit der vor einer Woche begonnenen Aktionswoche wendete sich die Ramstein-Kampagne vor allem gegen die Rolle des Stützpunkts für Drohneneinsätze der US-Streitkräfte. Die Aktivisten forderten, den US-Militärflughafen zu schließen.

Ähnlich außerte sich auch die Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Sahra Wagenknecht, die zu der Veranstaltung gekommen war. Wagenknecht sagte, die Air Base müsse geschlossen werden, auch wenn man dann für die Beschäftigten in der Region Alternativen suchen müsse.

Sitzblockade vor Ramstein-Zufahrt

Am Abend blockierten rund 100 Friedensaktivisten die Zufahrt zu dem Luftwaffenstützpunkt. Die meisten von ihnen ließen sich laut SWR-Reporter David Meiländer von der Polizei zum Weggehen überreden. Einige wenige hätten sich allerdings wegtragen lassen. Dies sei jedoch "sehr sanft" vonstatten gegangen.

Nach den Angaben des Aktionsbüros der Kampagne "Stopp Air Base Ramstein" gestalteten mehr als 600 Teilnehmer das Friedenscamp in Steinwenden (Landkreis Kaiserslautern). Etwa 200 Interessierte besuchten die viertägige Friedenswerkstatt in Kaiserslautern und 600 die öffentliche Abendveranstaltung in der Versöhnungskirche Kaiserslautern.

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Auch vor dem Luftwaffenstützpunkt Büchel in der Eifel, wo nach offiziell nicht bestätigten Informationen bis zu 20 US-Atomsprengköpfe gelagert werden, versammelte sich am Samstag eine kleine Gruppe von Aktivisten zu einer symbolischen Blockade.

Bericht über Truppenabzug ist Gesprächsthema

Ein Gesprächsthema war für die Teilnehmer ein Bericht der Zeitung "Washington Post", wonach das Pentagon die Kosten und Auswirkungen eines groß angelegten Rückzugs oder einer Verlegung von in Deutschland stationierten Truppen prüfen soll. Derzeit sind etwa 35.000 US-Soldaten in Deutschland. Das US-Verteidigungsministerium wies den Medienbericht jedoch zurück.

"Einen Abzug von Truppen und Atomwaffen würden wir natürlich begrüßen", sagte Detlev Besier von der Friedensinitiative Westpfalz während der Aktion in Büchel. Es sei jedoch wahrscheinlich, dass mit solchen Berichten der Druck auf die Bundesregierung verstärkt werden solle, die Militärausgaben Deutschlands zu erhöhen.

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