Probleme in der Produktion Medikamenten-Engpässe in der Westpfalz

Apotheker in der gesamten Westpfalz berichten über massive Lieferengpässe bei Medikamenten. Davon betroffen sind zum Beispiel Schmerzpatienten oder Menschen mit Depressionen.

Eine Apothekerin steht vor einer halbleeren, geöffneten Medizinschublade. (Foto: SWR)
Ulrike Wolthaus in der Schiller-Apotheke in Pirmasens.

Apotheker aus Pirmasens, Kusel, Zweibrücken, Kaiserslautern und Kirchheimbolanden bestätigten das Problem auf SWR-Nachfrage. Von dramatischen Engpässen spricht Ulrike Wolthaus. Sie arbeitet in der Schiller-Apotheke in Pirmasens: "Es ist ziemlich dramatisch. Es gibt Frustration auf Seiten der Kunden und auf Seiten des Personals. Wir wollen die Kunden versorgen, können es aber nicht." Mehr als 300 Medikamente stünden aktuell auf der Warteliste für Patienten. Bei einigen sei noch nicht klar, wann es wieder Nachschub gebe.

Schmerzmittel und Antidepressiva fehlen

Vor allem das hoch dosierte Schmerzmittel Ibuprofen, sowie Antibiotika, Blutdruck- und Cholesterinsenker, Antidepressiva und Impfungen gegen Gürtelrose könnten zurzeit nicht geliefert werden. Kunden seien verärgert, Apotheken überlastet. Durch die Engpässe müsse man häufiger Alternativen finden und mit Ärzten Rücksprache halten. Was die Apotheken-Kunden in Pirmasens zur Situation sagen, hören Sie im Audio.

Dauer

Arzneimittel-Reserve als Lösung?

Auch der pharmazeutische Großhandel spricht von großen Problemen durch Produktionsengpässe bei den Herstellern. Schon seit längerem ist der Aufbau einer nationalen Arzneimittel-Reserve auch bei Politikern im Gespräch. Sowohl die Bundesärztekammer als auch der Apothekenverband haben sich dafür ausgesprochen.

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