Zu viel Holz geladen - Ein Lastwagen beim Kontrolltag der Polizei "Brummis im Blick" (Foto: Pressestelle, Polizei, Verkehrsdirektion Mainz)

Bilanz der Aktion "Brummis im Blick" Polizei beanstandet zahlreiche Lkw in Rheinland-Pfalz

Am Donnerstag hat die Polizei auch in mehreren Regionen von Rheinland-Pfalz den Lastwagenverkehr kontrolliert. Mehr als 500 Fahrzeuge und ihre Fahrer wurden unter die Lupe genommen.

Dabei ging es meist um die Einhaltung der Ruhezeiten. Viereinhalb Stunden dürfen Lkw-Fahrer am Stück unterwegs sein, spätestens dann ist eine Pause fällig. "Neben der Ahndung der Verkehrsverstöße lag der Präventionsgedanke beim diesjährigen Aktionstag im Vordergrund", so Innenminister Roger Lewentz (SPD). Insgesamt wurden nach Angaben des Ministeriums an fünf Kontrollstellen 535 Fahrzeuge kontrolliert, darunter 124 Fahrzeuge, die nicht in Deutschland zugelassen waren.

Die häufigsten Verstöße betrafen neben den Ruhezeiten mit 49 Fällen die Sicherheit der Ladung (45), technische Veränderungen (41) und die Ablenkung der Fahrer (21). In insgesamt 37 Fällen wurde die Weiterfahrt untersagt.

Bei einer Großkontrolle am Rasthof Hunsrück-Ost an der A61 wurde diese Regel von sieben Fahrern nicht eingehalten. Sechs Lkw durften nicht weiterfahren, weil zum Beispiel Bremsen und Reifen nicht mehr in Ordnung waren.

Von Laptop abgelenkter Fahrer

Ein Fahrer hatte sich sogar einen Laptop an die Frontscheibe gestellt und wurde dadurch abgelenkt. Bei einer weiteren Kontrolle an einem Rasthof bei Armsheim in Rheinhessen hatte ein Holztransporter mehr als 15 Tonnen zu viel geladen. Erst als er diese abgeladen hatte, durfte er weiterfahren.

Der Fahrer eines Kleintransporters ignorierte den freundlichen Hinweis einer Zivilstreife, sich an der nächsten Tankstelle ein paar Gurte zu besorgen, um die geladenen Autoteile richtig zu sichern. Der Fahrer geriet dann kurz darauf in die stationäre Kontrolle bei Bornheim. Für ihn war die Fahrt an dieser Stelle zu Ende, auch wenn er seinem Navi die Schuld dafür geben wollte, dass er die kurz zuvor passierte Tankstelle übersehen hatte.

Auf der A61 bei Gundersheim war auch eine Abstandsmessstelle eingerichtet. Dazu waren zivile Videofahrzeuge im Einsatz, um Verkehrsvergehen im fließenden Verkehr feststellen zu können.

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Fahrer konnten ihre Reaktionsfähigkeit testen

An der Raststätte Hunsrück-Ost konnten die Fahrer an verschiedenen Simulatoren erleben, wie ihr Fahrzeug bei einem Überschlag reagiert. Und sie konnten ihre Reaktionsfähigkeit testen. Die Beamten von Zoll und Polizei wollten aber auch mit den Fahrern ins Gespräch kommen, auf besondere Gefahren hinweisen und Tipps geben. Der Kontrollpunkt an der A61 war der landesweit größte.

Lkw-Fahrsimulator der Polizei am Rastplatz Hunsrück-Ost (Foto: SWR)
Mit diesem Lkw-Fahrsimulator sollen Lkw-Fahrer erleben, wie sich ihr Lastwagen bei einem Überschlag verhält. Die Fahrer können bei Tests auch ihre Reaktionsfähigkeit auf die Probe stellen.

In der Westpfalz überprüfte die Polizei vor allem an Rast- und Parkplätzen entlang der A6 und der B10 Paketzusteller, Lkw- und Busfahrer. An den insgesamt 16 Kontrollstellen nahmen die Polizisten insgesamt 69 Fahrzeuge unter die Lupe, darunter zwei Reisebusse. In sieben Fällen benutzten die Fahrer ihr Handy oder waren auf andere Weise abgelenkt. Dazu kamen Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten und nicht richtig gesicherte Ladung. In fünf Fällen durften die Lkw-Fahrer nicht weiterfahren, fünf Fahrer müssen mit einem Fahrverbot rechnen.

Auch in der Pfalz kontrollierte die Polizei Lkw und Kleintransporter, unter anderem an der B10 bei Rinntal (Südliche Weinstraße). In 74 von 140 Fällen wurden die Beamten hier fündig. Drei Fahrer durften nicht weiterfahren, weil ihre Ladung nicht richtig gesichert war. Ein Fahrer hatte keinen Führerschein.

Immer wieder schwere Lkw-Unfälle

Im vergangenen Jahr kam es in Rheinland-Pfalz nach Angaben des Polizeipräsidiums Westpfalz zu mehr als 15.000 Unfällen, an denen Lkw beteiligt waren. In 79 Prozent der Fälle war der Lkw-Fahrer der Verursacher des Unfalls. Insgesamt wurden bei den Unfällen mehr als 1.600 Menschen verletzt und 31 getötet.

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