Ein Flugzeug wird betankt. (Foto: picture-alliance / dpa)

Online-Petition Pro Pfälzerwald Mehr als 10.000 Unterschriften gegen Kerosin-Ablass

Gegen den "Kerosinregen" und für schnellere Informationen, wenn Flugzeuge Treibstoff ablassen müssen - dafür setzt sich die Initiative Pro Pfälzerwald mit einer Online-Petition ein.

Erst Ende Juli ist es wieder passiert: Zwei Flugzeuge haben über der Pfalz und dem Hunsrück insgesamt 100 Tonnen Kerosin abgelassen. Zum Vergleich: Über ganz Rheinland-Pfalz regneten im vergangenen Jahr nach Angaben der Deutschen Flugsicherung rund 380 Tonnen herunter.

Jetzt hat die in Pirmasens ansässige Initiative Pro Pfälzerwald eine Online-Petition gestartet mit dem Titel: "Kerosinregen, nein Danke! Transparenz ja Bitte!" Die Initiative setzt sich unter anderem dafür ein, den Naturpark Pfälzerwald besser vor Kerosinablässen zu schützen. Außerdem soll die Deutsche Flugsicherung entsprechende Vorfälle innerhalb von 24 Stunden im Internet öffentlich bekannt geben.

Kerosin unschädlich nur überm Pfälzerwald?

Im Interview mit dem SWR sagte die Sprecherin der Initiative, Cornelia Hegele-Raih, es sei widersprüchlich, dass einerseits Kerosin als unschädlich bezeichnet werde, es aber andererseits verboten sei, Kerosin über Städten abzulassen. Deshalb würden den Flugzeugen sehr oft Korridore über dem wenig besiedelten Pfälzerwald zugewiesen, um dort den Treibstoff abzulassen.

Dass inzwischen schon mehr als 10.000 Menschen die Online-Petition unterschrieben haben, hat selbst die Initiatoren überrascht. Cornelia Hegele-Raih glaubt, dass viele Leute darin eine Möglichkeit sehen, ganz generell ihre Befürchtungen und Bedenken gegenüber dem Flugverkehr auszudrücken.

Degenhardt: Negative Folgen für Tourismus

Auch der Vorsitzende des Zentrums Pfälzerwald-Touristik und des Mountainbikeparks Pfälzerwald, Peter Degenhardt (CDU), zeigt sich besorgt wegen der wiederholten Kerosin-Ablässe. Er befürchtet neben allgemeinen Gesundheits- und Umweltgefahren auch negative Auswirkungen auf "das zarte Pflänzlein Tourismusarbeit“. Die Tatsache, dass "mehrfach in der Woche tonnenweise Kerosin abgelassen wird", torpediere diese Arbeit nicht unerheblich.

Degenhardt fordert ebenso wie Hegele-Raih aussagekräftige Gutachten über die Auswirkungen des Kerosinablasses. Hegele-Raih monierte, dass das vom Bundesumweltamt momentan in Auftrag gegebene Gutachten keine neuen Messdaten zu der Gefährlichkeit zum Ablassen von Kerosin vorsehe, sondern sich auf alte Messdaten stütze.

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