Kritik aus Fanszene Persönliches von Fritz Walter wird versteigert

Der Nachlass der FCK-Legende Fritz Walter kommt unter den Hammer. Jetzt wurde bekannt, welche persönlichen Gegenstände versteigert werden. Fans sammeln bereits Geld für die Versteigerung.

Fritz Walter (Foto: SWR)
Fritz Walter 1954 mit dem WM-Pokal

Urkunden, eine Weltmeisteruhr und eine Totenmaske: Das Auktionshaus "Kunst und Kuriosa" aus Heidelberg versteigert Gegenstände aus dem Nachlass von Fritz Walter. Die Auktion trägt den Titel "Memorabilien - Nachlass einer deutschen Fußball-Legende" und soll am 16. Februar stattfinden. Früher als erwartet hat das Auktionshaus die Auktionsliste ins Internet gestellt.

In Internet-Foren von Anhängern des 1. FC Kaiserslautern sorgt die geplante Auktion für Wirbel. Fans haben sich zusammengetan, um Geld zu sammeln. Damit sollen einige Erbstücke erstanden und dem Museum im Fritz-Walter-Stadion überlassen werden.

Urkunden unter Gegenständen der Auktion

Unter den 1.000 Gegenständen, die versteigert werden sollen, sind viele Dinge, die eher belanglos sind. Dazu gehören alte Becher, Krüge oder Fotos von Fritz Walter. Aber auch Urkunden kommen unter den Hammer. Eine aus dem Jahr 1950 bescheinigt Fritz Walter, dass er zum Ehrenspielführer des 1. FC Kaiserslautern ernannt wurde. Eine weitere besagt, dass das Stadion auf dem Betzenberg in "Fritz-Walter-Stadion" umbenannt wurde.

Weitere Höhepunkte der Auktion: Die goldene Weltmeisteruhr, die jeder Spieler für den Titel 1954 geschenkt bekam. Sogar eine goldene Totenmaske Fritz Walters ist unter den Dingen, die versteigert werden sollen. Für alle Gegenstände liegen die Eröffnungsangebote bei 20 Euro.

Kritik vom Herberger-Urgroßneffen

Nicht alle fühlen sich mit einer solchen Auktion gut. Musikproduzent Michael Herberger, Urgroßneffe des legendären Weltmeistertrainers Sepp Herberger, sagte: "Meiner Meinung nach sollte die erste Anlaufstelle für den Nachlass einer so bedeutenden Figur im deutschen Fußball das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund sein und nicht eine Versteigerung im freien Markt."

Der Direktor des Fußballmuseums in Dortmund Michael Neukirchner sagte, seine Einrichtung werde sich mit den Objekten der Versteigerung beschäftigen. Sollten interessante Stücke dabei sein, wäre eine Anschaffung für das Museum interessant. "Die wirtschaftliche Verhältnismäßigkeit muss dabei aber gewahrt sein", betonte Neukirchner.

Auch Kurt Beck gegen Versteigerung

Auch der frühere Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck (SPD), bedauerte, dass es zu der Versteigerung kommt. "Fritz hätte gewollt, dass die Sachen in der Pfalz bleiben. Es gibt ja in seinem Stadion in Kaiserslautern ein Museum."

Fritz Walter war über 30 Jahre als Spieler und Trainer beim 1. FC Kaiserslautern aktiv. Mit ihm als Kapitän wurde der Verein 1951 und 1953 Deutscher Meister. Sein größter Erfolg war der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 mit der Deutschen Nationalmannschaft. Walter starb 2002 im Alter von 81 Jahren in seinem Haus in Enkenbach-Alsenborn.

STAND