Nach dramatischer Sitzung OB von Kaiserslautern erleichtert über Rettung des FCK

Der Luxemburger Unternehmer Flavio Becca wird nun doch als Investor beim 1. FC Kaiserslautern einsteigen. Sehr zur Freude der Stadt, weil der Verein jetzt weiter die Stadionmiete bezahlen kann.

Dauer

Der Kaiserslauterer Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) sagte, er sei über den Einstieg von Flavio Becca beim FCK sehr erleichtert. Das bedeute zuerst einmal Planungssicherheit für den Verein - weil er nun wahrscheinlich auch die Lizenz für die dritte Liga bekommen werde.

Bei Insolvenz drohte Mietausfall

Besonders erfreulich sei aber, dass der 1. FC Kaiserslautern auch weiterhin die Miete für das Stadion, das der Stadt gehört, zahlen könne. Auch wenn die Miete im Moment etwas niedriger ausfalle als gewünscht. "Wäre es auf eine Insolvenz des Vereins hinausgelaufen, wären Verträge nichtig gewesen und die Stadt hätte gar keine Miete mehr bekommen", führte Weichel aus. In der dritten Liga zahlt der FCK 425.000 Euro Miete, in der zweiten Liga wären es 2,4 Millionen und in Liga eins 3,6 Millionen.

Weichel betonte in dem exklusiven SWR-Interview aber auch, dass Flavio Becca mehr vorhabe, als in den 1. FC Kaiserslautern zu investieren. Der Unternehmer interessiere sich für Grundstücke in der Stadt - vor allem auf dem früheren Gelände des Nähmaschinenherstellers Pfaff.

Bald Gespräche mit Becca geplant

Und Interesse gebe es auch an den Flächen rund um das Stadion auf dem Betzenberg. Für diese Grundstücke gibt es zwar eine sogenannte Ausschließlichkeitserklärung mit einer Schweizer Firma. Sie besagt, dass die Stadt vorerst nur mit dieser Firma über die Grundstücke sprechen darf. Diese gilt aber nach Angaben von Weichel nur bis August. Er wolle sich auf jeden Fall bald mit Flavio Becca treffen.

Nur kurz äußerte sich der Oberbürgermeister über die regionale Investorengruppe, die zuletzt auch ein Angebot für einen Einstieg beim 1. FC Kaiserslautern abgegeben hatte. Er wisse nicht, ob das Angebot "belastbar" gewesen sei. Auf jeden Fall hätte er sich auch mit dieser Gruppe getroffen, wenn sie zum Zuge gekommen wäre.

Weichel betonte, dass auch er in seinem Leben bisher noch nie einen solchen Wirtschaftskrimi wie in den vergangenen Wochen auf dem Betzenberg erlebt habe. "Hätte man ein Drehbuch für einen solchen Krimi schreiben müssen, wäre so etwas, glaube ich, niemandem eingefallen."

STAND