Fahrerflucht-Prozess in Kaiserslautern vor dem Landgericht (Foto: SWR)

Landgericht urteilt zu Fahrerflucht Bewährungsstrafe wegen tödlichen Unfalls in Kaiserslautern

Der Autofahrer hatte im November 2017 einen Fußgänger totgefahren und war einfach davongefahren. Vor dem Landgericht Kaiserslautern kam er jetzt mit einer Bewährungsstrafe davon.

Das Gericht verurteilte den 54-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren, ausgesetzt zu drei Jahren auf Bewährung. Der Mann muss außerdem 5.000 Euro zahlen und darf vier Jahre lang kein Auto fahren. Die Staatsanwaltschaft hatte dreieinhalb Jahre Haft gefordert, die Verteidigung hatte auf eine Bewährungsstrafe plädiert.

Gericht: Göteter Fußgänger teilweise selbst schuld

Das Gericht folgte der Verteidigung und wertete mehrere Punkte zugunsten des Angeklagten. Der Mann war geständig und bis zu dem Unfall völlig unbescholten. Auch eine emotionale Komponente ließ das Gericht einfließen: Seit dem Unfall werde der Mann mit dem Vorwurf konfrontiert, dass er jemanden umgebracht habe. Außerdem treffe den Getöteten eine Teilschuld. Der 62-Jährige habe die Straße überquert, obwohl sie zu dem Zeitpunkt stark befahren gewesen sei.

Unfallfahrer angetrunken

Im Prozess hatte der Angeklagte gesagt, er habe gar nicht bemerkt, dass er den Mann angefahren habe. Er sei von einem Steinschlag ausgegangen. Allerdings hatte der Unfallfahrer vom Vorabend noch Restalkohol im Blut. Ein Sachverständiger errechnete knapp 0,5 Promille.

Der Unfall war auf einer Straße vor dem Parkplatz eines Elektronikmarktes in Kaiserslautern passiert. An der Stelle gibt es keinen Zebrastreifen. Das Opfer starb noch an der Unfallstelle.

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