Kurioser Arbeitsweg AWO-Mitarbeiter in Kusel müssen über Mauer ins Büro klettern

Mitarbeiter der AWO Kusel mussten in den vergangenen Tagen einen ungewöhnlichen Weg ins Büro nehmen: Sie mussten eine Mauer überwinden. Und das alles wegen einer Baustelle.

Die Baustelle liegt direkt vor der Kuseler Arbeiterwohlfahrt und versperrt den Mitarbeitern den Zugang zu ihrem Arbeitsplatz. Als AWO-Chef Matthias Becker vergangene Woche zum ersten Mal die Baustelle und den Menschenauflauf sah, dachte er noch, dass Schaulustige dem Treiben dort zusehen. Dann stellte er fest: Das sind seine Kollegen, die da stehen und nicht ins Büro kommen.

Dauer

Betreten der Baustelle auch für AWO-Mitarbeiter verboten

Becker hat nach eigenen Angaben versucht, den Bauarbeitern klar zu machen, dass seine Mitarbeiter nur über die Baustelle in ihre Büros kämen. Doch die blieben knallhart: Betreten der Baustelle nicht erlaubt!

"Das Gelände war hermetisch abgeriegelt, wie beim G20-Gipfel."

Matthias Becker, AWO Kusel

Zur Geschäftsstelle zu kommen sei unmöglich gewesen, beteuert Becker. Außer, die Mitarbeiter klettern über eine Mauer, um auf das Gelände zu kommen. "Das habe ich zuletzt gemacht, als ich zehn Jahre alt war", schmunzelt Becker. Und er gibt zu: "Das sieht heute nicht mehr so elegant aus!"

Mann mit grauem, schütteren Haar und hellblauem T-Shirt spricht in ein SWR-Mikrofon (Foto: SWR)
Matthias Becker von der AWO Kusel ist wegen der Baustelle vor seinem Büro erfinderisch geworden.

AWO-Geschäftstelle in Kusel aktuell schwierig zu finden

Nach einer Woche waren plötzlich ein paar Steine aus der Mauer gebrochen worden, sodass inzwischen ein schmaler Zugang zum Haus führt. Den zu finden ist aber nicht einfach. Die Kunden, die sich beispielsweise über Patientenbetreuung und -verfügungen beraten lassen wollen, müssen durch ein regelrechtes Labyrinth…: um den Block, über einen Supermarktparkplatz, an einem Kiosk vorbei.

Baustelle bleibt bis Herbst

Für Matthias Becker ist klar: "Wir werden jetzt verstärkt Hausbesuche machen müssen." Denn die Bauarbeiten in der Trierer Straßen sollen noch bis Anfang September dauern. Für alle Kunden, die in die Geschäftsstelle kommen, hat der AWO-Chef inzwischen etwas getan, was er auch seit Ewigkeiten nicht mehr gemacht hat: Er hat ein Schild gebastelt. Damit seine Kundschaft den Eingang zur Beratungsstelle besser findet.

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