Ein Rettungshubschrauber der Johanniter in der Luft (Foto: SWR)

Kosten laufen davon Steigen Johanniter bei Rettungshubschrauber in Sembach aus?

Die Johanniter Flugrettung plant den in Sembach stationierten Rettungshubschrauber Ende Februar abzuziehen. Die Flüge seien ein Minusgeschäft. Das Aus könnte aber verhindert werden.

Bis zum 28. Februar laufen noch die Verträge zwischen der Johanniter Luftrettung, den Krankenkassen, dem Westpfalz-Klinikum und dem Land für den Einsatz des Hubschraubers in der Westpfalz. Ein Sprecher der Johanniter sagte, die Flüge seien allerdings ein Minusgeschäft. Das Geld, das pro Flugminute gezahlt werde (rund 50 Euro) liege unter dem regulären Gebührensatz des Landes Rheinland-Pfalz (66 Euro).

Der Hubschrauber wurde im Oktober vergangenen Jahres in Sembach stationiert, ursprünglich geplant, um Patienten zwischen den Standorten des Westpfalz-Klinikums zu transportieren. Der "Air Rescue Pfalz" hatte bislang schon 240 Einsätze, allerdings hauptsächlich Notfälle und nur wenige Patientenverlegungen.

Johanniter fordern mehr Geld für Rettungsflüge

Die Johanniter würden aber weiterfliegen, wenn es für die Zeit ab März neue Verträge mit besseren Konditionen gäbe. Sie fordern den vom Landesgesetz vorgeschriebenen regulären Gebührensatz.

Nach Angaben von Staatssekretär Stich (SPD) gibt es aktuell Gespräche mit allen Beteiligten, um auch ab März einen Helikopter im Einsatz zu haben. Der solle im Probebetrieb fliegen, bis ein externes Gutachten bestätigt, dass es Bedarf für einen Rettungshubschrauber in der Westpfalz gibt. Danach werde der Betrieb für die Westpfalz und Teile des Saarlandes europaweit ausgeschrieben.

Ludwigshafener "Christoph 5" fliegt fünf Einsätze pro Tag

In der Pfalz gibt es bisher nur einen offiziell genehmigten Rettungshubschrauber. "Christoph 5" ist an der Ludwigshafener BG Unfallklinik stationiert und wird vom ADAC betrieben. "Christoph 5" flog nach Angaben des ADAC im vergangenen Jahr 1958 Einsätze und damit fünf mehr als im Vorjahr. Das entspricht im Durchschnitt gut fünf Einsätzen pro Tag. Aufgrund der Nähe zur Landesgrenze absolvierte er 111 Einsätze in Hessen, 188 in Baden-Württemberg und zwölf sogar in Bayern.

"Christoph 5" startet von der BG Unfallklinik in Ludwigshafen. (Foto: BG Klinik Ludwigshafen)
"Christoph 5" startet von der BG Unfallklinik in Ludwigshafen. BG Klinik Ludwigshafen

Die Rettungshubschrauberstation "Christoph 5" ist nach eigenen Angaben eine der ersten in der Bundesrepublik. Sie wurde 1973 eingerichtet. Seit 2006 betreibt die ADAC Luftrettung die Station. Zur Besatzung des gelben Hubschraubers gehören - neben den Piloten der ADAC-Luftrettung - Notfallsanitäter des Deutschen Roten Kreuzes und Notärzte der BG Klinik Ludwigshafen.

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