Ein kleiner Junge steckt in einem Rohr fest. (Foto: privat)

Schwierige Bergung in Erzenhausen Kleinkind überlebt Sturz in drei Meter tiefes Rohr

Rettungskräfte haben am Ostermontag ein 17 Monate altes Kleinkind in Erzenhausen aus einem drei Meter tiefen Rohr befreit. Der Junge war offenbar beim Spielen hineingestürzt.

"Es ist einfach ein Alptraum, so was kennt man nur aus dem Fernsehen. Aber dann passiert so was Deinem eigenen Kind", sagte der Vater des Jungen dem SWR. "Als ich daheim ankam, waren etwa 40 Leute hier, die gebuddelt haben, um meinen Jungen zu befreien. Er war die ganze Zeit am Schreien, so wussten wir immerhin, dass er am Leben war."

Beim Spielen in drei Meter tiefes Rohr gestürzt

Das Unglück passierte auf einem Grundstück in Erzenhausen, nördlich der Airbase Ramstein. Die Mutter des 17 Monate alte Jungen hatte ihn und seinen Bruder nach eigenen Angaben bei der Gartenarbeit kurz unbeaufsichtigt gelassen. Eines der Kinder hatte beim Spielen im Garten offenbar die lose Plastik-Abdeckung des Rohres geöffnet. Der 17 Monate alte Junge sei daraufhin in das drei Meter tiefe Rohr gefallen, sagte ein Polizeisprecher dem SWR.

Einsatzkräfte legen den Schacht frei (Foto: Feuerwehr Weilerbach)
Mit einem Bagger musste der Schacht vorsichtig freigelegt werden. Feuerwehr Weilerbach

Junge nach drei Stunden aus Rohr in Erzenhausen befreit

Der Junge musste etwa drei Stunden lang ausharren, ehe die Feuerwehr das Rohr mit einem Bagger freilegte. Die restlichen Zentimeter wurden dann per Hand ausgehoben.

Einsatzkräfte legen den Schacht frei (Foto: Feuerwehr Weilerbach)
Nach dem Bagger mussten die Einsatzkräfte per Hand ran. Feuerwehr Weilerbach

Einsatzleiter Udo Strasser von der Feuerwehr: "Die Anspannung war natürlich groß. Die Gedanken, wie bekommt man das Kind raus. Dann haben wir alles aufgefahren. Das THW und die Feuerwehr Enkenbach kamen zur Unterstützung mit großem Gerät. Mit Schaufel und Pickel mussten wir dann um den Schacht etwa fünf Quadratmeter freilegen." Zum Schluss seien etwa 50 Einsatzkräfte vor Ort gewesen.

Junge vorsorglich in Uniklinik Homburg geflogen

Nachdem der Junge befreit war, wurde er mit dem Rettungshubschrauber in die Uniklinik nach Homburg geflogen. Nach Angaben seiner Eltern hat er dort vorsorglich die Nacht verbracht. Mittlerweile ist der Junge wieder zu Hause, und es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Bis auf ein paar Kratzer habe er nichts abgekommen, so seine Eltern.

Ein Kind liegt in einem roten Schlafanzug im Bett (Foto: privat)
Der Junge erholt sich zu Hause von dem Schock. privat

Vater des Jungen dankt den Helfern

"Ich bin so erleichtert und fühle mich so viel besser, jetzt wo es vorbei ist. Alle Helfer waren einfach unglaublich! Vor allem, weil es nicht selbstverständlich ist, an Ostern zu arbeiten. Ich bin so dankbar und habe fast alle Helfer nochmal umarmt, bevor sie gegangen sind", sagte der Vater des Jungen.

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