Kreuz und Kerzen in einer Kirche (Foto: picture-alliance / dpa)

Kirchenasyl in Hochspeyer gewährt Verfahren gegen Pfarrer eingestellt

Das Verfahren gegen einen Pfarrer aus dem pfälzischen Hochspeyer, dessen Gemeinde einem Flüchtling Kirchenasyl gewährt hatte, ist eingestellt worden. Ein anberaumter Prozesstermin entfällt nun.

Nach Angaben des Amtsgerichts Kaiserslautern stimmte der Pfarrer der Einstellung gegen Zahlung von 1.200 Euro an eine Kinderunfallkommission zu. Ursprünglich war in der Sache für den 25. April ein Prozess vor dem Amtsgericht anberaumt. Er entfällt nun. Wie Landesdiakoniepfarrer Albrecht Bähr mitteilte, wäre es das erste Verfahren aus diesen Gründen gegen einen Geistlichen in Rheinland-Pfalz gewesen.

Flüchtling mittlerweile im Asylverfahren

Die Leitung der protestantischen Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde Hochspeyer/Fischbach/Waldleinigen hatte Ende 2017 beschlossen, dem Flüchtling aus der Zentralafrikanischen Republik Kirchenasyl zu gewähren. Der 25-Jährige hätte gemäß dem Dublin-Abkommen nach Italien zurückgemusst. Laut Bähr ist er inzwischen im Asylverfahren.

Auslöser für das Verfahren gegen den Geistlichen sei eine Anzeige des Ausländeramts der Stadt Kaiserslautern gewesen, so das Amtsgericht. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde wegen Beihilfe zum illegalen Aufenthalt ein Strafbefehl von 20 Tagessätzen à 60 Euro erlassen. Als der Pfarrer das zunächst abgelehnt hatte, war ein Prozess angesetzt worden.

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