Autofahrer müssen besonders aufmerksam sein Polizei warnt vor Wildunfällen in der Westpfalz

Die Polizei in der Westpfalz bittet Autofahrer darum, in der momentanen Herbstzeit besonders aufmerksam zu sein. Die Zahl der Wildunfälle steigt nach Polizeiangaben seit Jahren an.

Im vergangenen Jahr gab es in der Westpfalz demnach knapp 4.200 Unfälle mit Wildtieren. In diesem Jahr bisher schon 3.000, obwohl der Herbst gerade erst begonnen hat. Nach Angaben der Polizei sei besonders in den frühen Morgenstunden und der Abenddämmerung mit Tieren auf den Straßen zu rechnen.

Paarungszeit ist Wildunfallzeit

In den kommenden zwei Monaten finde zudem die Paarungszeit der Wildschweine statt. In dieser Zeit seien besonders die männlichen Wildschweine unaufmerksam für drohende Gefahren, wie beispielsweise den Straßenverkehr.

Die Polizei ruft Autofahrer deshalb dazu auf, vorausschauend zu fahren. Wichtig sei, Hinweisschilder auf Wildwechsel ernst zu nehmen und die Geschwindigkeit zu senken. Wenn ein Zusammenstoß unvermeidbar ist, sollte man laut Polizei das Lenkrad festhalten und auf keinen Fall versuchen auszuweichen. Bei einem unkontrollierten Ausweichmanöver könne die Fahrt schnell im Gegenverkehr oder an einem Baum enden.

ADAC gibt Tipps zum Verhalten bei Wildunfällen

Ausführliche Tipps, wie Sie einen Wildunfall vermeiden und wie Sie sich nach einem Unfall richtig verhalten, finden Sie auf den Seiten des ADAC.

Wildtierhilfe rettet angefahrene Wildtiere

Wildtiere, die bei einem Unfall schwer verletzt wurden, werden in der Regel vom Jagdpächter erschossen, um sie von ihrem Leid zu erlösen. Wenn die Tiere nicht lebensgefährlich verletzt wurden, landen sie oft bei Karsten Tide in Neuhemsbach im Kreis Kaiserslautern. Er betreibt dort eine Wildtierauffangstation und päppelt die Tiere wieder auf. Er hat, zusammen mit seiner Partnerin, im Laufe der Zeit schon viele Unfalltiere betreut. Darunter sind Greifvögel, die gegen Autos geflogen sind und Wildkatzen und Füchse, die angefahren wurden.

Viele Jungtiere verlieren bei Wildunfällen die Mutter

Besonders häufig landen Jungtiere in der Auffangstation, die durch einen Autounfall ihre Mutter verloren haben. "Wenn die Kleinen ankommen, checken wir erstmal, wie ihr Zustand ist, ob sie unterkühlt sind und wie lange sie schon ohne Mutter waren. Die sind dann ein bis zwei Monate in einem kleinen Gehege und danach in einem größeren Gehege. Spätestens nach einem dreiviertel Jahr, wenn sie eigenständig sind, wildern wie sie wieder aus," sagt Karsten Tide von der Wildtierhilfe Kaiserslautern.

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