Eichenprozessionsspinner (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Foto: Patrick Pleul/ZB/dpa)

Mehr als 1.000 Bäume befallen Kaiserslautern bekämpft den Eichenprozessionsspinner

Auf dem Friedhof, auf Spielplätzen oder auf Schulhöfen: Der Eichenprozessionsspinner hat auch dieses Jahr wieder viele Bäume in Kaiserslautern befallen. Jetzt wird er bekämpft.

Eine Spezialfirma hat am Freitag damit begonnen, auf Schulhöfen und an Kitas Bäume zu behandeln, die von den Raupen des Eichenprozessionsspinners befallen sind. Dazu werden die Bäume mit einem Nebel aus biologischen Spritzmitel eingesprüht. Das Insektizid wird nach Angaben der Firma auf Basis von Bakterien hergestellt. Zum Besprühen der Bäume verwendet die Firma ein Gerät, das aussieht wie eine Schneekanone.

Dauer

Das Mittel sorgt dafür, dass die Raupen aufhören zu fressen und dann sterben. Für den Menschen und Haustiere sei das eingesetzte Spritzmittel ungiftig. Etwa 80 Prozent der Raupen könnte so abgetötet werden. Die restlichen Tiere und Nester sollen im Juni abgesaugt werden.

Mehr als 1.000 Bäume in Kaiserslautern befallen

Nach Angaben der Stadt Kaiserslautern sind mehr als 1.000 Bäume im Stadtgebiet vom Eichenprozessionsspinner befallen. Vergangene Woche wurden die Raupen bereits am Kaiserslauterer Hauptfriedhof bekämpft. Dort waren etwa 300 Bäume befallen.

Eichenprozessionsspinner schon 2018 ein Problem

Schon im vergangenen Jahr sorgte der Eichenprozessionsspinner in Kaiserslautern für große Probleme. Damals mussten unter anderem einige Spielplätze deswegen gesperrt werden. Auch der Betrieb im Tierheim wurde durch die Raupen empfindlich gestört.

Vorsicht vor den Haaren des Eichenprozessionsspinners

Die Haare der Raupen können bei Menschen und Tieren Allergien auslösen. Sie enthalten das Kontaktgift Thaumetopein. Wer damit in Kontakt kommt, kann rote Pusteln auf der Haut bekommen - oder auch Schwindel, Fieber, Müdigkeit, Bindehautentzündung, Atemnot und sogar Asthma.

Umweltministerium: Betretungsverbot ernst nehmen

Das Umweltministerium sieht bei der Verbreitung des Eichenprozessionsspinners, die Entwicklung des Tieres in diesem Jahr verzögert. Grund sei der recht kühle Mai, sagte eine Behördensprecherin am Freitag. Dies betreffe auch den Blattaustrieb der Eichen.

Grundsätzlich bestehe die Hoffnung, dass es dieses Jahr nicht zu einer Befallsausweitung kommt, so die Sprecherin. "Es ist aber davon auszugehen, dass die Gegenden von Rheinland-Pfalz, in denen sich bereits im vergangenen Jahr der Eichenprozessionsspinner ausgebreitet hat, in diesem Jahr erneut besonders betroffen sind."

Wenn ein Befall festgestellt und Betretungsverbote ausgesprochen worden seien, sollten diese unbedingt ernst genommen werden, unterstrich sie. "Bürgerinnen und Bürger, die Eichen in ihren Gärten stehen haben, können sich von ihrer Kommune beraten lassen. Im Notfall müssen Spezialfirmen beauftragt werden, die Raupen und ihre Gespinste zu entfernen."

STAND