Esperanto Treffen in Hochspeyer (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Internationale Esperanto-Frühlingswoche in Hochspeyer Die Weltsprache, die nur 1.000 Rheinland-Pfälzer sprechen

Bis Ostermontag beschäftigen sich in Hochspeyer Menschen mit Esperanto - einer internationalen Plansprache ohne Ausnahmen und mit einfacher Grammatik. Verstehen Sie die einst als Weltsprache gedachte Sprache?

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Zwischen 10.000 und 20.000 Menschen sprechen deutschlandweit Esperanto. In Rheinland-Pfalz sind es laut Esperanto-Landesverband etwa 1.000 Menschen, die die internationale Plansprache beherrschen. Die Zahl der Esperanto-Sprecher steige, das sagt zumindest Lu Wunsch-Rolshoven, Pressesprecher des Deutschen Esperanto-Bundes. Offizielle Zählungen gibt es aber nicht, er beruft sich auf Schätzungen.

Immer mehr Menschen lernen Esperanto online

Wer Esperanto lernen möchte, hat es heute einfacher als noch vor ein paar Jahren. Unabhängig von Zeit und Ort lernen Menschen die Sprache, die einst Weltsprache werden sollte, im Internet. "800.000 Leute haben sich bei Duolingo zum Beispiel für einen Esperanto-Kurs registriert", erläutert Wunsch-Rolshoven. Der Trend gehe weg von den Präsenzkursen, hin zum eigenständigen Lernen.

Sprechblase (Foto: Imago, Steinach)
Etwa 1.000 Menschen sprechen in Rheinland-Pfalz Esperanto. Imago Steinach

Trotzdem seien Treffen wichtig - wie aktuell in Hochspeyer (Landkreis Kaiserslautern). Dort kommen 70 Esperanto-Sprecher aus acht Ländern zur internationalen Esperanto-Frühlingswoche zusammen. Gemeinsam pflegen sie die Plansprache, ihre ganz eigene Kultur und vernetzen sich. Denn darum geht es bei Esperanto - um die Vernetzung. Das Ziel, Weltsprache zu werden, gebe es schon lange nicht mehr, meint Wunsch-Rolshoven. "Wir empfehlen nicht, statt Englisch Esperanto zu lernen. Das ist keine Alternative zu Englisch, sondern eine Ergänzung."

"Esperanto ist eine Kunstsprache."

Mainzer Linguistikprofessor Walter Bisang

An einen Durchbruch von Esperanto als Weltsprache glaubt auch Linguistikprofessor Walter Bisang von der Uni Mainz nicht. "Wer die Wahl zwischen Englisch und Esperanto hat, wählt meistens Englisch, weil diese Sprache mehr Menschen sprechen." Bei Esperanto handele es sich um eine Kunstsprache, die man nur nutzen könne, sofern andere diese auch sprechen würden. Da sich andere Sprachen - darunter nicht nur Englisch, sondern auch Spanisch - eher etabliert hätten, hätte es Esperanto schwer.

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