Flugzeug in der Luft an grauem Himmel (Foto: picture-alliance / dpa)

Initiative für den Pfälzerwald Zehntausende Unterschriften gegen "Kerosin-Regen"

Über dem Pfälzerwald lassen Flugzeuge seit Jahren tonnenweise Treibstoff ab - jetzt protestieren Zehntausende Unterzeichner in einer Internet-Petition gegen den "Kerosin-Regen".

"Wir hatten nicht mit einer solchen Resonanz gerechnet", sagte Cornelia Hegele-Raih von der Initiative Pro Pfälzerwald. Die Gruppierung wirft den Behörden eine wenig transparente Informationspolitik sowie Verharmlosung und Hinhaltetaktik vor.

"Wir fordern die Landesregierung und die Deutsche Flugsicherung auf, Treibstoffablässe binnen 24 Stunden bekannt zu geben", heißt es unter anderem in der Petition der Initiative, die bereits mehr als 70.000 Menschen unterschrieben haben.

"Wir fordern Studien mit neuen Daten und mehr Transparenz, damit die Bevölkerung zeitnah aufgeklärt wird über die Vorkommnisse. Kerosinablässe sind zwar ein seltenes Ereignis, sie haben aber deutlich zugenommen", sagte Hegele-Raih.

Resolution gegen Kerosinablass

Der Bezirksausschuss des Bezirkstags Pfalz verabschiedete am Freitag eine Resolution gegen den Kerosinablass über dem Pfälzerwald. Darin fordern die Mitglieder die Landes- und die Bundesregierung unter anderem dazu auf, dass sie die Bevölkerung zeitnah informieren, wenn Flugzeuge Treibstoff ablassen.

Außerdem fordert der Bezirkstag neue wissenschaftliche Untersuchungen, die klären sollen, welche Risiken es für Gesundheit und Umwelt gibt. Der Kreis Kaiserslautern plant, am  kommenden Montag ebenfalls eine Resolution gegen Kerosinablass zu verabschieden.

Umstrittenes Verfahren

Berichten zufolge haben Flugzeuge allein seit 2015 insgesamt mehr als 800 Tonnen Kerosin über dem Pfälzerwald abgelassen. Es gilt als umstritten, wie viel Treibstoff verdunstet und wie viel am Boden ankommt.

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) im hessischen Langen verweist darauf, dass es sich beim "Fuel Dumping" um ein Notverfahren handele, über das der Pilot entscheide. Sie ist nicht verpflichtet, die Öffentlichkeit von sich aus über Fälle zu informieren.

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