Menschen stehen vor einem Infostand von Bauern und diskutieren. Rechts daneben steht ein Traktor. (Foto: SWR)

Infoveranstaltung in Zweibrücken Westpfälzer Bauern wollen nicht länger der "Buhmann der Nation" sein

Immer mehr Auflagen, immer weniger Verdienst. Seit Wochen gehen deshalb überall in Deutschland Bauern auf die Straße. Doch sie wollen nicht nur protestieren, sondern auch informieren.

In den vergangenen Wochen protestieren die Landwirte immer wieder gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung. Anfang November zum Beispiel mit einer Traktor-Demo durch Kaiserslautern. Am vergangenen Wochenende machten die Bauern ihrem Ärger vor dem Landesparteitag der CDU Luft. Am Dienstag stehen sie vor dem Hilgardcenter in Zweibrücken.

Zwischen zwei großen Traktoren haben die Bauern ihren Informationsstand aufgebaut. Sie bieten Passanten kleine Häppchen an, informieren über ihre Arbeit, erzählen, wie das Leben als Bauer ist. Nämlich nicht immer nur schön, wie Christian Kau vom Stockbornerhof im südwestpfälzischen Reifenberg sagt: "Wir fühlen uns von der Politik im Stich gelassen. Ich bin es einfach leid, der Buhmann der Nation zu sein. Wir sind im Moment für alles verantwortlich oder sollen es zumindest sein und das ist nicht der Fall."

Bauernprotest Traktor-Demo in Kaiserslautern (Foto: SWR)
Etwa 90 Landwirte beteiligten sich Anfang November mit ihren Traktoren an der Demo in Kaiserslautern.

Von Medien und Politik werde der Eindruck vermittelt, hauptsächlich die Landwirte seien verantwortlich für verseuchtes Grundwasser und das Insektensterben. Mit der Aktion in Zweibrücken wolle man den Leuten zeigen, dass die Bauern eben nicht an allem Schuld seien, so Kau.

Kunden sollen regional kaufen

Die Landwirte informieren die Verbraucher in Zweibrücken nicht nur, sie verteilen auch kleine Häppchen, verschenken Kartoffeln, Äpfel, Mehl, und Salat. Nicht ohne Hintergedanken. Sie wollen den Verbrauchern Lust machen, beim Einkaufen öfter mal zu den regionalen Produkten zu greifen. Das sei allemal gesünder und besser für die Umwelt als ein Bioprodukt aus Fernost, sagt Christian Kau.

Bauern sehen Konzerne in der Verantwortung

Noch mehr Verantwortung als die Verbraucher hätten allerdings die Handelskonzerne: "Der Verbraucher kauft das, was er angeboten bekommt. Natürlich kann der Verbraucher am Regal entscheiden, welches Produkt er kauft. Aber letztlich ist es so, dass von den Lebensmittelkonzernen die Preise diktiert werden."

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