Nach Eklat im vergangenen Jahr Demonstranten in Zweibrücken strikt getrennt

Die Zweibrücker gedenken der Luftangriffe auf ihre Stadt im zweiten Weltkrieg - mit drei Demonstrationen. Nach dem Skandal im vergangenen Jahr gab es genaue Regeln.

Herzogplatz Zweibrücken (Foto: SWR)
Auch auf dem Herzogplatz in Zweibrücken wird heute demonstriert. (Archivbild)

Im vergangenen Jahr gab es zum Jahrestag der Bombardierung der Stadt zwei Demonstrationen in Zweibrücken - eine wurde von Neonazis organisiert, die andere von einem Bündnis gegen Rechts. Beide fanden zeitgleich statt. Mit der Folge, dass sich mehrere Teilnehmer der linken Kundgebung auf den Weg machten, die Neonazi-Demo zu stören.

Linke drohten Zweibrücken mit Klage

Die Stadtverwaltung entschied daraufhin, die Veranstaltung des Bündnisses gegen Rechts aufzulösen. Das hatte zu Protesten geführt. Die Partei "Die Linke" hatten Dienstaufsichtsbeschwerde eingelegt und sogar den Gang vor ein Gericht angedroht. Die Verwaltung hatte später zugegeben, einen Fehler gemacht zu haben.

In diesem Jahr wurden die Demonstrationen auseinandergezogen - zeitlich und räumlich. So sollte verhindert werden, dass beide Gruppen aufeinander treffen. Die Kundgebung "Gemeinsam gegen Rechts" endete zum Beispiel auf dem Alexanderplatz. Die Neonazi-Kundgebung startete später als die andere Kundgebung und endete auf dem Schlossplatz.

Dritte Demonstration mit Schülern

In diesem Jahr war sogar eine dritte Demonstration angemeldet: Rund 1.000 Schüler demonstrierten für Respekt und Toleranz. Diese Kundgebung fand auf dem Zweibrücker Herzogplatz statt. Die Polizei weist darauf hin, dass es heute wegen der Demonstrationen in der gesamten Zweibrücker Innenstadt zu Verkehrsbehinderungen kommen kann.

Anlass für die Demonstrationen ist die Bombardierung der Stadt Zweibrücken durch aliierte Flugzeuge. Die Stadt wurde dabei fast völlig zerstört - 89 Menschen verloren ihr Leben.

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