Fünf Jahre Hochwasser im Moscheltal Waldgrehweiler und das Gute an der Flut

Der sonnige September-Samstag 2014 endete mit Gewittern und Wassermassen, wie sie das Moscheltal noch nie erlebt hatte. Und doch brachte die Flut in Waldgrehweiler auch Gutes mit sich.

Der zerstörte Kirmesplatz in Waldgrehweiler nach dem Hochwasser von 2014. (Foto: SWR, (Archivbild))
Der zerstörte Kirmesplatz in Waldgrehweiler nach dem Hochwasser von 2014. (Archivbild)

Am 20. September stand das Erdgeschoss des Hauses von Manfred Gläser in Waldgrehweiler unter Wasser. Bis zur Hüfte des Rentners reichten die Fluten, die nach einem Jahrhundert-Unwetter den ganzen Ort überschwemmt hatten. Alles ging so schnell, dass sich niemand vorbereiten konnte.

Frauen bangen im Bürgerhaus um ihr Leben

Viele Frauen aus der Gemeinde waren gerade dabei, das Essen für die Kerwe vorzubereiten, als die Flut einsetzte und ins Bürgerhaus eindrang. Verkehrsschilder, Autos, Tiere – alles was nicht niet- und nagelfest war, trieb durch die Straßen. Die Frauen hielten sich im Untergeschoss des Bürgerhauses an Geländern fest und bangten um ihr Leben. Doch so plötzlich wie die Fluten kamen, gingen sie auch wieder – und in der Küche des Bürgerhauses knallten die Sektkorken zur Feier, dass niemand zu Schaden gekommen war.

Land unter hieß es beim Hochwasser 2014 auch in Finkenbach-Gersweiler. (Foto: Privat (Archivbild))
Land unter hieß es 2014 auch in Finkenbach-Gersweiler. Privat (Archivbild)

Dennoch richtete die Flut große Schäden an rund 45 Gebäuden der 200-Seelen-Gemeinde an. Allein eine Million Euro Schaden entstand am Bürgerhaus und dem Spielplatz. Die Bilder von damals bekommt Manfred Gläser nicht aus dem Kopf: "Mittlerweile ist es so, dass, wenn am Himmel ein Gewitter aufzieht oder Regen, dass man Bauchweh bekommt und ungern wegfährt."

Dauer

Das Haus der Gläsers trug einen Schaden im sechsstelligen Bereich davon. Bis das Haus wieder hergestellt und alle Rechnungen bezahlt waren, dauerte es drei Jahre. Spenden und Hilfsgelder des Landes flossen in die betroffenen Gemeinden im Moscheltal. In Waldgrehweiler erinnern heute Schilder an den Straßen daran, was damals passiert ist.

Manfred Gläser zeigt, wie hoch das Wasser in seinem Haus in Waldgrehweiler stand. (Foto: SWR)
Manfred Gläser zeigt, wie hoch das Wasser in seinem Haus in Waldgrehweiler stand.

Nach fünf Jahren versuchen die Bewohner von Waldgrehweiler aber, das Positive aus dem Unwetter zu ziehen. Etwa dann, wenn sie beim gemeinsamen Frühstück nach einer erfolgreichen Kerwe gemeinsam im Bürgerhaus sitzen. Bürgermeister Helmut Brand (parteilos): "Jeder hat jedem geholfen und das hat halt auch die Dorfgemeinschaft zusammengeschweißt."

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