Pfälzerwald (Foto: SWR)

Experten begutachten Baumschäden Wird aus dem Pfälzerwald eine Savanne?

Wie krank ist der Pfälzerwald? Das untersuchen zurzeit Experten. Es geht dabei auch um den Klimawandel. Macht er dem Pfälzerwald den Garaus? Die Meinungen dazu sind geteilt.

Im vergangenen Jahr mit einem extrem trockenen Sommer waren laut Waldzustandserhebung vier von fünf Bäumen in Rheinland-Pfalz geschädigt. "So eine lang anhaltende Trockenheit kann die Ursache sein, dass gesunde Bäume absterben", behauptet Lothar Runge. Er leitet das Forstamt Donnersberg und macht sich Sorgen um seine Bäume - vor allem um die Fichten. Sind sie krank, macht sie das anfällig für Schädlinge wie etwa den Borkenkäfer.

Förster Runge befürchtet rasantes Baumsterben

Gehe das so weiter, glaubt Runge, könnten wir in ein paar Jahrzehnten savannenähnliche Zustände in unserem Wald bekommen, das heißt viele kahle Stellen: "Ich halte das nicht für ausgeschlossen." Wenn auch dieser Sommer wieder lange trocken bleibe, könne das Baumsterben "rasant fortschreiten".

"So dramatisch sehe ich das nicht."

Friedrich Engels

Friedrich Engels von der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt hält dagegen: "So dramatisch sehe ich das nicht." Damit der Wald erhalten bleibt, werde viel getan: "Wir müssen darauf reagieren, indem wir den Wald umbauen. Ein Fichten-Reinbestand wäre eine ganz schlechte Idee." Die Lösung sei ein Mischwald. Dann könnten zwar einzelne Baumarten aussterben, nicht aber der ganze Wald.

Die Fichten werden verschwinden

Heißt also: Die Baum-Mischung macht’s. "Falls dann doch unter widrigen Umständen eine Baumart ausfallen sollte, sind noch genügend Bäume da, um den Wald in seiner Substanz zu erhalten", erklärt Engels.

Fichten werden besonders häufig von Borkenkäfern befallen (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Fichten werden besonders häufig von Borkenkäfern befallen Picture Alliance

Dennoch wird der Pfälzerwald in ein paar Jahrzehnten anders aussehen als heute, sagt Engels: „Er wird nicht mehr so wuchskräftig sein, wie wir ihn kennen." Im Nordpfälzer Bergland und auch in der Rheinebene werde die Fichte verschwinden. Auch die Buche werde es schwer haben. Aber: "Eiche oder Kiefer werden sich weiterhin halten können."

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