Ein Mann steht in einem Korb an einem Kran und bekämpft von dort aus in voller Schutzkleidung die Eichenprozessionsspinner. (Foto: SWR)

Eichenprozessionsspinner im Tierheim Kaiserslautern Kleines Tier, große Probleme

Rund 50 Bäume am Tierheim Kaiserslautern sind vom Eichenprozessionsspinner befallen. Eine große Gefahr für Mensch und Tier. Jetzt werden die Raupen und Nester entfernt.

Die Haare des Eichenprozessionsspinners können bei Mensch und Tier heftige allergische Reaktionen auslösen. Eine Spezialfirme säubert seit Dienstagvormittag die befallenen Eichen am Tierheim Kaiserslautern. Eine Arbeit, die nur mit Ganzkörper-Schutzanzug und Maske gemacht werden kann. Normalerweise werden die Nester der Raupen abgesaugt. Dafür ist es auf dem Gelände des Tierheims allerdings zu spät. „Die Nester sind schon so fest, dass man sie absammeln muss. Vorher werden sie mit einem verklebenden Mittel eingesprüht. Damit werden die Härchen an dem Nest gebunden. Die Nester werden dann abgesammelt, die Eiche wird danach nochmal eingespritzt und abgebürstet,“ erklärt Rene Weber von der Firma Anticimex.

Eichenprozessionsspinner sorgt für allergische Reaktion

Die Nester kommen direkt in die Müllverbrennungsanlage. Denn auch wenn die Härchen verklebt sind, bleiben sie gefährlich. Mona Steinig vom Tierheim in Kaiserslautern hat vor ein paar Wochen unangenehme Bekanntschaft mit dem Eichenprozessionsspinner gemacht: „Ich habe ich mir erst einmal nichts dabei gedacht und habe es mit Wasser abgespült. Zwei, drei Tage später hatte ich einen ganz dicken Arm und musste dann sonntags in die Notaufnahme. Ein paar Tage später hatte ich dann am ganzen Körper kleine Bläschen, die furchtbar gejuckt haben. Das war nicht sehr schön.“

Ein Mann steht in einem Korb an einem Kran und bekämpft von dort aus in voller Schutzkleidung die Eichenprozessionsspinner. (Foto: SWR)
Nur mit Hilfe eines Krans und komplett eingehüllt in einen Schutzanzug kann der Eichenprozessionsspinner bekämpft werden.

Wegen solcher Erfahrungen ist die Vorsitzende des Tierschutzvereins Kaiserslautern Anne Knauber sehr froh, dass dem Eichenprozessionsspinner am Tierheim der Garaus gemacht wird. Die Raupen stören den alltäglichen Ablauf im Tierheim: „Seit annähernd zwei Wochen haben wir das Problem, dass unsere Ausläufe nicht besetzt werden können. Wir haben nur drei Ausläufe, wo die Hunde im Wechsel rein können. Gassigänge haben wir auch gestrichen, weil einfach Gefahr für Mensch und Tier besteht.“

Beseitigung der Eichenprozessionsspinner ist teuer

Die Reinigung der Eichen ist teuer. 1.000 Euro sind bereits durch einen ersten Aufruf gespendet worden. Insgesamt braucht das Tierheim aber etwa 6.000 Euro. „Insofern wären wir froh, wenn noch Spenden eingehen würden, denn diese Summe war in unserem Haushaltsplan nicht eingeplant,“ sagt Tierheimchefin Anne Knauber.

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