Elektroautos in einer Garage. (Foto: SWR)

Ehrgeiziges Projekt Öko-Ferien in Fischbach

Umweltbewußt urlauben - das verspricht Martin Kissel mit seinen beiden Ferienwohnungen in Fischbach bei Dahn. Seinen Gästen bietet er beispielsweise Elektroautos.

Das alte Zollhaus am Ortsrand von Fischbach: Wo früher Zollbeamte den deutsch-französischen Grenzverkehr kontrollierten, warten heute zwei frisch renovierte Ferienwohnungen auf die ersten Gäste. Martin Kissel hat das Haus vor ein paar Jahren gekauft und anschließend für 1,5 Millionen Euro renovieren und energiesanieren lassen. Dabei hat ihn - wie er sagt - eine Frage bewegt: "Was hinterlasse ich dieser Welt?". Klingt jetzt ein bisschen pathetisch, aber mit diesem Gedanken im Hinterkopf kam das Haus und mit dem Haus kam die Frage: Wie?"

Das Ferienhaus in Fischbach bei Dahn von außen. (Foto: SWR)
Das alte Zollhaus in Fischbach.

Elektroautos gehören zur Ferienwohnung in Fischbach bei Dahn

Umweltschutz war ihm schon immer ein Anliegen, sagt Martin Kissel. Deswegen war für ihn klar, dass er das Haus so nachhaltig wie möglich renovieren wollte. Aus diesem Grund ist auf dem Carport hinter dem Haus jetzt eine 180 Quadratmeter Photovoltaikanlage installiert und versorgt das Haus mit Strom und warmen Wasser.

Die Anlage speist auch die zwei Elektroautos, die zu den Ferienwohnungen dazugehören. Martin Kissel fährt selbst ein Elektro-Auto und wollte, dass seine Gäste das bei ihm ausprobieren können: "Die meisten haben heute immer noch eine vollkommen falsche Vorstellung von Elektromobilität. Und wenn die Gäste hier schon mal im schönen Feriengebiet sind, warum nicht mal Elektromobilität testen und mal 20, 40 Kilometer fahren, einfach mal um einzukaufen, sagt Kissel. Die Reichweite der Fahrzeuge betrage im Sommer immerhin 360 Kilometer.

SWR (Foto: SWR, Eine Ferienwohnung von Innen.)
So sieht eine der Ferienwohnungen von Innen aus. Eine Ferienwohnung von Innen.

Ziel ist Plusenergiehaus

Wenn tatsächlich alles so funktioniert, wie Martin Kissel sich das vorgestellt hat, ist das alte Zollhaus von Fischbach sogar ein Plusenergiehaus: Im besten Fall produziert die Photovoltaik-Anlage auf dem Carport sogar mehr Energie als das Haus und seine Gäste verbrauchen. Ob sich die Investition gelohnt hat und sein Konzept auch wirklich aufgeht, weiß Martin Kissel jetzt noch nicht.

Die Webseite seiner Ferienwohnungen ist gerade erst online gegangen. Gäste hatte er bisher noch keine. Für ihn zählt aber schon der Versuch: "Ich will wissen, ob das alles so möglich ist. Denn es nutzt ja nichts zu sagen, wir brauchen die Energiewende und sie kommt nicht voran. Ich will ja zeigen, wie man es richtig machen kann, um dem Klimawandel aktiv entgegenzuwirken. Denn das halte ich inzwischen für die dringlichste Aufgabe."

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