EU-Kommission billigt Batterie-Förderung Bei Opel Kaiserslautern sollen 2.000 neue Jobs entstehen

Das Opel-Werk in Kaiserslautern soll Standort für eine Batteriezellenfertigung für Elektroautos werden. SWR-Informationen zufolge sind rund 2.000 neue Jobs geplant.

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Am Montag machte die Europäische Kommission den Weg für das erste Batterie-Großprojekt in Europa frei. Die beteiligten Staaten - darunter Deutschland und Frankreich - dürfen das Forschungs- und Innovationsprojekt mit bis zu 3,2 Milliarden Euro bezuschussen, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Der Kommission zufolge hat Deutschland rund 1,25 Milliarden Euro angemeldet, Frankreich rund 960 Millionen.

Baubeginn soll 2023 sein

Wie die Landesregierung dem SWR bestätigte, plant die Opel-Muttergesellschaft PSA die Batteriezellenproduktion am Standort Kaiserslautern aufzubauen. Nach SWR-Informationen sollen dort 2.000 Arbeitsplätze entstehen. Die Technologie kommt vom französischen Batteriezellen-Hersteller Saft SA, der mit PSA und Opel ein Konsortium bilden wird. In Kaiserslautern sollen Antriebe für Elektroautos in einem Umfang von 32 Gigawatt produziert werden.

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Parallel dazu wird das Konsortium eine identische Fabrik an einem Standort in Frankreich aufbauen. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von sechs Milliarden Euro. Die Aufsichtsräte von Saft und PSA müssen dem Vorhaben noch zustimmen - das gilt aber als Formsache. Baubeginn soll 2023 sein.

Altmaier zufrieden mit Durchbruch

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bezeichnete die Batterie-Allianz als großen "Durchbruch, für den wir hart gearbeitet haben, auf den wir lange gewartet haben". Dies sei ein Erfolg für die "technologische Souveränität unseres Landes". Altmaier zeigte sich auch zu einer Verkürzung von Planungs- und Genehmigungsverfahren bereit.

Auch Landespolitiker begrüßten die Brüsseler Entscheidung: "Ich freue mich, dass die EU-Kommission den Weg für ein industrie- und strukturpolitisch sehr bedeutendes Ansiedlungsvorhaben in Rheinland-Pfalz freigemacht hat", sagte Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP). Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) bezeichnete die Brüsseler Genehmigung als wichtigen Schritt, um zukunftsfeste Arbeitsplätze in der Westpfalz zu schaffen.

Dreyer: Kaiserslautern wird wichtige Rolle spielen

Dreyer und Wissing sagten, Kaiserslautern werde in der Allianz eine wichtige Rolle spielen. Sie zeigten sich zuversichtlich, dass PSA nun sehr bald die Voraussetzungen für die Umsetzung der Batteriezellenfertigung in Kaiserslautern schaffen wird. Grünen-Fraktionschef Bernhard Braun erklärte: "Die Batteriezellenfertigung ist einer der wichtigsten Bausteine für den Erfolg der Elektromobilität".

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Auch der Chef der oppositionellen CDU-Fraktion im Landtag, Christian Baldauf, zeigte sich erfreut über die geplante Batteriezellenfertigung in Kaiserslautern. Sie sei unverzichtbar, um die Abhängigkeit von der asiatischen Batterieindustrie zu beenden, sagte er.

Baldauf will "flankierende Maßnahmen"

Zugleich forderte Baldauf von der Landesregierung, nun "flankierende Maßnahmen" zu ergreifen: "Dazu gehören zusätzliche Professuren, eine Stärkung von Gründungszentren sowie die Vernetzung von Zulieferbetrieben“, so der Christdemokrat. Kaiserslauterns Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) sagte, seine Stadt biete sowohl IT-Kompetenz als auch elektrotechnische Kompetenz, mit der man das Projekt vor Ort unterstützen könne.

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Arbeitnehmervertreter zeigten sich ebenfalls erfreut über die geplante Ansiedlung: Diese sei ein wichtiges Signal - "insbesondere für das Gefühl, das Herz und den Kopf" vieler Beschäftigter, so der Kaiserslauterer Opel-Betriebsratschef Thorsten Zangerle. Auch DGB-Landeschef Dietmar Muscheid sprach von einem "wichtigen Signal für die Standort- und Beschäftigungssicherheit in der Region".

Europa droht bei Batterien abgehängt zu werden

Europa hinkt bei der Fertigung von Batteriezellen für Elektroautos vor allem Asien hinterher, es droht eine Abhängigkeit. Derzeit werden Schätzungen zufolge mehr als 80 Prozent der Batterien weltweit in Asien produziert, lediglich drei Prozent in Europa.

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