Borkenkäfer (Foto: SWR)

"Wir können nur reagieren" Borkenkäfer macht Forstämtern in der Westpfalz zu schaffen

Trockenheit und Hitze haben dazu geführt, dass sich der Borkenkäfer im Pfälzerwald extrem vermehrt hat. Nach Angaben von Experten ist der Schädling so weit verbreitet wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Nach Angaben von Landesforsten Rheinland-Pfalz ist ein Ende des Befalls nicht abzusehen. Zwar habe das kühle und feuchte Frühjahr zuerst dafür gesorgt, dass sich der Borkenkäfer kaum vermehrt habe. Dann aber sei der warme und trockene Sommer gekommen - und damit ideale Bedingungen für den Schädling.

Forstamt Kaiserslautern stark betroffen

Der Borkenkäfer befällt ausschließlich Nadelbäume. Laut Landesforsten müssen befallene Bäume so schnell wie möglich gefällt und aus dem Wald gebracht werden. Das Forstamt Kaiserslautern hat zum Beispiel nach eigenen Angaben in diesem Jahr bereits 3.500 Festmeter Holz wegen des Borkenkäfers geschlagen.

Auch das Forstamt Donnersberg leidet unter dem Borkenkäfer - allerdings nicht so stark, weil es kaum reine Nadelwälder gibt. Trotzdem hat der Schädling ein Plätzchen gefunden, wo er sich ausbreiten kann: In Tannenbäumen bei Rockenhausen, schildert Forstamtsleiter Lothar Runge. "Wir konnten den Befall nicht stoppen und mussten fünf Hektar Tannenbäume einschlagen." Auf dieser Fläche werden jetzt Eichen gepflanzt.

Holz wird eingelagert

Im Donnersbergkreis hat man sich entschieden, ohne Giftstoffe gegen den Borkenkäfer vorzugehen. Stattdessen werden wie in Rockenhausen befallene Nadelbäume gefällt und verkauft. Doch das ist im Moment aber nicht so einfach, weil es zu viele dieser Bäume auf dem Markt gibt. Stattdessen werden sie im Donnersbergkreis eingelagert, erklärt Lothar Runge. "Das Holz wird auf zentralen Lagerplatz gebracht, das Restmaterial wird zerkleinert, sodass dem Borkenkäfer der Brutraum entzogen wird."

Jeder einzelne Baum wird kontrolliert

Trotzdem nistet der Borkenkäfer im Donnersbergkreis weiterhin. Die Forstmitarbeiter müssen die befallenen Bäume möglichst schnell finden - was aufwendig ist. Jeder einzelne Baum muss begutachtet werden. "Man schaut sich zunächst die Krone an - gibt es Lücken? Wenn ja, dann schaut man an der Rinde nach Nestern."

Und Entwarnung ist für die Forstleute nicht in Sicht - eher im Gegenteil, sagt Lothar Runge. "Wir erwarten, dass es im zweiten Halbjahr noch schlimmer wird. Wir müssen weiter kontrollieren. Es bleibt uns nichts übrig, als zu schauen und zu reagieren."

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