Antarktis-Forscherin Helene Hoffmann  (Foto: Alfred-Wegener-Institut)

Antarktis-Forscherin Helene Hoffmann Aus dem ewigen Eis zurück nach Niedermohr

Über ein Jahr war Klimaforscherin Helene Hoffmann auf der Neumayer-Station in der Antarktis. Aus den Minusgraden des ewigen Eises ist sie jetzt nach Hause, in die Westpfalz gekommen.

Minus 23 Grad ist die Jahresmitteltemperatur rund um die Neumayer-Station in der Antarktis. Die tiefste Temperatur, die Helene Hoffmann dort gemessen hat? "Minus 43,5 Grad", sagt die Forscherin und grinst. Die 31-Jährige aus Niedermohr (Kreis Kaiserslautern) ist nach 14 Monaten wieder zurück in ihrer Heimat. Die tiefen Minusgrade in der Antarktis waren für sie kein Problem, "wir sind entsprechend kleidungsmäßig ausgestattet."

Helene Hoffmann aus Niedermohr Pfälzerin arbeitet im ewigen Eis

Fotos rund um die Neumayer-Station (Foto: Alfred-Wegener-Institut)
Das Spurenstoff-Observatorium war in den vergangenen Monaten der Arbeitsplatz für Helene Hoffmann. Alfred-Wegener-Institut Bild in Detailansicht öffnen
Zu den Aufgaben der Klimaforscherin gehörte die Schneedickenmessung auf Meereis. Alfred-Wegener-Institut Bild in Detailansicht öffnen
Soviel Zeit muss sein: ein Selfie für die Ewigkeit. Alfred-Wegener-Institut Bild in Detailansicht öffnen

Für ihren Job als Klimaforscherin musste Helene Hoffmann Tag für Tag in die Kälte, um Messungen zu machen. Ausnahmen gab's nur wenige, wenn es mal gestürmt hat. "Ich bin jeden Tag 1,5 Kilometer zu meinem Observatorium gelaufen", betont die junge Frau. Hoffmann hat dort das Spurenstoff-Observatorium betreut. Dort wird die Zusammensetzung der Luft untersucht, und zwar "in chemischer und physikalischer Hinsicht".

"Das nächste Kino ist nicht um die Ecke."

Helene Hoffmann, Antarktisforscherin

Die langen und dunklen Wintertage haben Helene Hoffmann und ihre Kollegen unter anderem damit verbracht, Filme zu gucken. Außerdem gebe es auf der Neumayer-Station einen Sportraum, eine Sauna und viele Brettspiele. "Wir haben im Winter eine sehr lustige Doppelkopf-Runde angefangen, das hat schon sehr viel Spaß gemacht. Langweilig wurde es mir nie!"

Helene Hoffmann aus Niedermohr Eine Westpfälzerin im ewigen Eis

Neumayer-Station mit Polarlichtern (Foto: Alfred-Wegener-Institut)
Ein Naturschauspiel, das Helene Hoffmann nie vergessen wird: Polarlichter über der Neumayer-Station. Alfred-Wegener-Institut Bild in Detailansicht öffnen
Das Versorgungsschiff "Polarstern" bringt unter anderem Pfälzer Wein in die Antarktis. Alfred-Wegener-Institut Bild in Detailansicht öffnen
Helene Hoffmann hat sichtlich Spaß im ewigen Eis. Alfred-Wegener-Institut Bild in Detailansicht öffnen

Pfälzisch-Unterricht im ewigen Eis

Die Neumayer-Station in der Antarktis hat einen besonderen Bezug zur Pfalz: Namensgeber ist der Polarforscher Georg von Neumayer aus Kirchheimbolanden. Die Struktur- und Genehmigunsgdirektion Süd schickt deswegen jedes Jahr traditionell eine riesige Weinkiste mit guten Tropfen aus der Pfalz und Rheinhessen zu den Forschern ins ewige Eis.

Helene Hoffmann hat die Gelegenheit genutzt, bei einem Gläschen Wein den Kollegen Pfälzisch beizubringen, beispielsweise "Grumbeersupp" und "Quetschekuche". "Ich habe es zumindest versucht", lacht die junge Frau.

Geöffnet wird die Weinkiste übrigens immer an Mittwinter am 21. Juni - dem höchsten antarktischen Feiertag. "Das ist so ein bisschen wie Weihnachten", erklärt die Forscherin, "da wird die Weinkiste feierlich aufgeschraubt."

Helene Hoffman aus Niedermohr Westpfälzerin forscht im ewigen Eis

Pinguin mit Kind in der Antarktis (mit Teleobjektiv aufgenommen) (Foto: Alfred-Wegener-Institut)
Mit Teleobjektiv gelingen den Forschern auch solche schönen Natur-Aufnahmen. Alfred-Wegener-Institut Bild in Detailansicht öffnen
Die Kaiserpinguin-Kolonie lebt in der Atka-Bucht. Alfred-Wegener-Institut Bild in Detailansicht öffnen
Auch Robben hat Helene Hoffmann in ihrer Zeit in der Antarktis fotografieren können. Alfred-Wegener-Institut Bild in Detailansicht öffnen
Hallo, Heimat! Das Holzschild zeigt an, wie weit es nach Hause ist. Alfred-Wegener-Institut Bild in Detailansicht öffnen
Helene Hoffmann ist nach 14 Monaten wieder zurück zu Hause. Bild in Detailansicht öffnen

Unendliche weiße Weiten

Am meisten hat Helene Hoffmann übrigens die Weite in der Antarktis beeindruckt. "An guten Tagen kann man 80 Kilomter weit schauen, und da ist nichts."

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