Antisemitische Äußerungen Ermittlungen gegen Imam des Islamischen Zentrums in Kaiserslautern

Ein Imam des Islamischen Vereins Kaiserslautern hat Juden als "geldgierig" und "arrogant" bezeichnet. Ein Video mit seinen Aussagen kursiert im Internet. Der Verfassungsschutz hat sich eingeschaltet.

Das Video ist mit englischen Untertiteln auf einer Website zu finden. Der Imam Said Abu Hafs sagt zum Beispiel, "dass Juden auf die übrigen Völker als ihre Esel herabsehen und sich deren Besitz nehmen". Der islamische Geistliche wirft den Juden vor, "mit üblen Methoden die Einheit der Muslime zu spalten und Streit zwischen ihnen zu säen".

Stellungnahme des Islamischen Zentrums Kaiserslautern

Das Islamische Zentrum Kaiserslautern hat in einer Pressemitteilung Stellung zu den Aussagen des Vereins genommen. Darin heißt es, dass die englischen Untertitel des Videos größtenteils korrekt seien. Allerdings sei die arabische Sprache oft mehrdeutig zu verstehen und die Sätze seien aus einem langen Vortrag und ohne Zusammenhang herausgezogen worden. Der Imam habe von Geschehnissen aus der Bibel berichtet. Er stehe für ein Zusammenleben und Verständnis zwischen den Religionen.

Das Islamische Zentrum Kaiserslautern distanziere sich von allen antisemitistischen und religionsfeindlichen Äußerungen sowie politischen Meinungen. Es sei auf keinen Fall Absicht gewesen, gegen die Juden zu hetzen. Mittlerweile ist die Pressemeldung von der Website des Vereins aber gelöscht worden.

Polizei bestätigt, dass Ermittlungen beginnen

Der rheinland-pfälzische Verfassungsschutz hat das Video bereits analysiert. Er spricht von einer antisemitischen Predigt. Der Verfassungsschutz habe seine Erkenntnisse an das Landeskriminalamt weitergegeben. Die Polizei in Kaiserslautern sagt, dass es erste Besprechungen zu dem Thema gegeben habe. Die Ermittlungen hätten begonnen.

Oberbürgermeister Weichel fordert Aufklärung

Kaiserslauterns Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) schreibt in einer Stellungnahme, dass die Stadtverwaltung und er persönlich "antisemitisches Verhalten aufs Schärfste verurteilen." Weichel fordert eine lückenlose Aufklärung der Vorwürfe. "Sollten sich die Vorwürfe von Antisemitismus und Hetze bestätigen, halten wir uns weitere Schritte offen, so wie etwa den Eintrag des Islamischen Zentrums Kaiserslautern auf der städtischen Homepage unter der Rubrik 'Kirche und Religionen' zu entfernen."

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