17-Jähriger ums Leben gekommen Tödlicher Unfall von Weilerbach vor Militärgericht

Ist ein amerikanischer Soldat schuld am Tod eines 17-Jährigen in Weilerbach? Diese Frage versucht ein Militärgericht zu klären. Am Montag war die öffentliche Anhörung.

Law Center Ramstein (Foto: SWR)
In diesem Gebäude fand die Anhörung statt.

Für den Militärstaatsanwalt ist der Fall klar: Der amerikanische Soldat war im Februar mit seinem Auto auf der Umgehungsstraße von Weilerbach zu schnell unterwegs. Außerdem soll er bei Nacht trotz Gegenverkehrs rücksichtslos überholt haben.

Bei dem Unfall war der Sportwagen des Amerikaners frontal mit dem dreirädrigen Motorroller des 17-Jährigen zusammen gestoßen. Der Roller wurde gegen ein nachfolgendes Auto katapultiert, der 17-Jährige starb noch an der Unfallstelle. Der mutmaßliche Unfallverursacher und seine Beifahrerin kamen schwer verletzt ins Krankenhaus.

Anklage wegen Totschlags möglich

Die Militärstaatsanwaltschaft hat das Militärgericht nach Abschluss der Ermittlungen beauftragt, unter anderem eine Anklage wegen Totschlags und fahrlässiger Tötung zu prüfen. Insgesamt wurde neun Monate ermittelt - allerdings ohne, dass Zwischenergebnisse an die Öffentlichkeit gelangt waren. Dies hatte für Kritik gesorgt.

Verteidigung mit anderer Version des Unfalls

Die Verteidigung verwies bei der Anhörung auf dem Gelände der Airbase in Ramstein darauf, dass ein unabhängiger, deutscher Zeuge ausgesagt habe, dass der Jugendliche selbst mit seinem Roller auf die Gegenfahrbahn gefahren sei. Nur deshalb sei es zu dem Zusammenstoß gekommen. Auch ein Unfallgutachter halte diesen Ablauf für nachvollziehbar. Alkohol oder Drogen seien zudem nicht im Spiel gewesen.

Das Militärgericht will in rund zwei Wochen bekannt geben, ob es zur Anklage kommt. Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern hatte die Ermittlungen damals an die US-Militärjustiz abgegeben. Das ist möglich, sobald US-Streitkräfte oder Angehörige beteiligt sind.

STAND