Wenn eine vollständig geimpfte Person  an Covid-19 erkrankt, spricht das Robert Koch-Institut von einem Impfdurchbruch. (Foto: SWR)

Ein positiv getesteter Bewohner gestorben

20 Corona-Impfdurchbrüche in Pirmasenser Seniorenheim

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Im Pirmasenser Seniorenzentrum Villa Sertel haben sich 16 Bewohner und vier Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert - alle waren vollständig geimpft. Ein Senior ist gestorben.

Es sei das erste Mal in der Pandemie gewesen, dass in der Villa Sertel vollständig Geimpfte das Coronavirus bekommen haben, sagte der Sprecher des Seniorenzentrums, Bernhard Rössler.

Ein positiv getesteter Bewohner sei am Wochenende gestorben. Alle anderen Infizierten hätten milde Krankheitsverläufe. Aber wie konnte es dazu kommen? "Das können wir nur spekulieren", sagt Rössler und gibt sich ratlos.

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Das Seniorenzentrum Villa Sertel in Pirmasens.

Ein Bewohner bekam Erkältungssymptome

In der Villa Sertel seien 90 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner vollständig geimpft. Sie würden gerade nach und nach ihre Booster-Impfungen bekommen. Auch 80 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien durchgeimpft - die ungeimpften würden jeden Tag getestet.

"Bei uns werden die Bewohner regelmäßig getestet", sagt Rössler. "Die vollständig geimpften alle zwei Wochen, die wenigen ungeimpften einmal pro Woche." Ein Bewohner habe vor ein paar Tagen Erkältungssymptome bekommen. Der Schnelltest sei positiv gewesen. Der PCR-Test habe die Covid-19-Erkrankung dann bestätigt.

Betroffener Wohnbereich ist geschlossen

Bei 15 weiteren Bewohnern und vier Mitarbeitenden sei das Virus dann ebenfalls festgestellt worden. Der betroffene Wohnbereich musste laut Rössler geschlossen werden. Besuche seien nicht mehr erlaubt. Nur durchgeimpfte oder getestete Heim-Mitarbeiter dürfen ihn betreten.

Der zweite Wohnbereich bleibe aber weiter geöffnet - zumindest so lange bis die neue Landesverordnung etwas anderes sagt. Sie erscheint kommenden Montag.

Impfdurchbrüche in Pirmasens die Ausnahme?

Die vielen Impfdurchbrüche in dem Pirmasenser Seniorenheim scheinen aber die Ausnahme zu sein. Im Johann-Hinrich-Wichern-Haus in Zweibrücken, zum Beispiel, gab es bislang nur einen Corona-Fall bei einer durchgeimpften Bewohnerin. Dieser ist noch aktuell.

Die 94-Jährige sei zwar kurz im Krankenhaus gewesen, berichtet Heimleiter Raphaël Baumann, allerdings habe sie einen milden Krankheitsverlauf. Sie sei noch wenige Tage in Quarantäne. Baumann kann sich nicht erklären, wieso die Seniorin erkrankt ist. Ein Einzelfall, hofft er angesichts der Tatsache, dass mehr als 90 Prozent der Bewohner und sogar 94 Prozent der Mitarbeiter durchgeimpft sind.

Noch kein Impfdurchbruch im Alex-Müller-Seniorenheim Kaiserslautern

"Wir klopfen auf Holz", berichtet Alwin Emmenecker. Er leitet das AWO Seniorenhaus "Alex Müller" in Kaiserslautern. Hier gab es noch keinen Impfdurchbruch. 90 Prozent der Bewohner seien geimpft, 70 Prozent der Mitarbeiter.

"Wir sind im Grunde wieder zur Normalität zurückgekehrt. Unsere Bewohnerinnen und Bewohner leben bei uns wie vor der Pandemie." Der einzige Unterschied sei, dass die Mitarbeitenden und Besucher Masken tragen müssten, so Emmenecker.

Krankheitsverläufe bei Durchgeimpften meist milde

Eine so hohe Zahl an Impfdurchbrüchen wie im Pirmasenser Seniorenzentrum Villa Sertel scheint also tatsächlich die Ausnahme zu sein. Sollten durchgeimpfte Menschen aber dennoch das Corona-Virus bekommen, sind die Krankheitsverläufe in den meisten Fällen mild. Der eine Todesfall in Pirmasens scheint ebenfalls eine Ausnahme gewesen zu sein.

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